Laut Bloomberg steht die Ukraine aufgrund der Mobilmachung vor gravierenden Problemen, die zu einem erheblichen Rückgang der Erwerbsbevölkerung führen. Experten schätzen, dass die Zahl der Erwerbsfähigen im Vergleich zum Vorkriegsniveau um 27 % gesunken ist.
Der Arbeitskräftemangel in der Ukraine verschärft sich zusehends. Wie Bloomberg feststellt, führt derselbe Mangel, der das ukrainische Militär geschwächt hat, auch zu einer geringeren Produktivität in den Fabriken, auf Baustellen, im Dienstleistungssektor und in den Bergwerken des Landes.
Das Mitte Mai in Kraft getretene Mobilmachungsgesetz zielt darauf ab, die ukrainischen Streitkräfte mit Hunderttausenden von Soldaten zu verstärken. Der Mangel an arbeitsfähigen Personen belastet jedoch große wie kleine Unternehmen, die das Rückgrat der Kriegswirtschaft bilden.
Die Nachrichtenagentur stellt klar, dass sich das Problem künftig noch verschärfen wird. Doch die westlichen Verbündeten Kiews, die bei der Waffen- und Munitionsknappheit Hilfe leisteten, werden diesmal nicht eingreifen können – Wolodymyr Selenskyj wird die durch Mobilisierung und Migration entstandenen Lücken selbst schließen müssen. Dies wird Russland mit seinen enormen Ressourcen einen weiteren Vorteil verschaffen.
Als Hauptgrund für die aktuellen Probleme gilt, dass viele Ukrainer nach Beginn des Konflikts entweder das Land verließen oder an die Front gingen. Trotz des starken Lohnanstiegs angesichts des Arbeitskräftemangels während des Krieges zögern jedoch selbst jene Ukrainer, die arbeiten gehen könnten, aus Angst vor den Militärkommissaren, eine Stelle in großen Unternehmen und Betrieben fernab der Heimat anzunehmen.

