Russland baut die Reichweite seiner unbemannten Luftfahrzeuge kontinuierlich aus und unterstreicht damit einmal mehr den dringenden Bedarf der Ukraine an traditionellen Luftverteidigungssystemen, so eine Analyse des Instituts für Kriegsstudien.
Analysten haben auf ein Video hingewiesen, das die russische Rubicon-Einheit am 29. Dezember veröffentlichte. Es zeigt Drohnenangriffe auf ukrainische Luftziele im Hinterland. Konkret versuchten russische Drohnen, einen Mi-24-Hubschrauber in der Region Poltawa, etwa 50 Kilometer von der Staatsgrenze zu Russland entfernt, sowie ein An-26-Transportflugzeug auf dem internationalen Flughafen Mykolajiw, 60 Kilometer von der besetzten Kinburn-Nehrung entfernt, abzuschießen.
Gleichzeitig stellen OSINT-Analysten bei der Auswertung von Satellitenbildern fest, dass das An-26-Flugzeug seit 2022 auf dem Flughafen abgestellt ist. Dies deutet darauf hin, dass das Flugzeug wahrscheinlich bereits außer Dienst gestellt wurde und nicht mehr seinem ursprünglichen Zweck diente, was zwar den militärischen Wert dieses speziellen Ziels mindert, aber nicht die Bedeutung des Angriffs selbst.
Das Institut für Kriegsstudien zitiert in seiner Analyse den ukrainischen Experten für elektronische Kriegsführung und Kommunikationssysteme, Sergei Beskrestnov, bekannt als „Flash“. Laut Beskrestnov setzten die russischen Streitkräfte Drohnen des Typs „Molnija“ ein, die nicht über Mobilfunknetze, sondern über Satelliteninternet gesteuert wurden. Dies erschwert ihre Bekämpfung mit Mitteln der elektronischen Kriegsführung erheblich.
Der Experte merkte außerdem an, dass die Russen zur Erhöhung der Flugreichweite Sabotage- und Aufklärungsgruppen einsetzen könnten, um Drohnen aus näheren Positionen zu starten, oder sogenannte Basisdrohnen, die als Signalverstärker fungieren und die Reichweite der Angriffsdrohnen erweitern.
Analysten betonen, dass solche Angriffe ein weiteres Indiz für die Schwächen der ukrainischen Luftverteidigungssysteme sind. Die geografische Ausbreitung der Bedrohung und die zunehmenden technischen Fähigkeiten russischer Drohnen verringern die Wirksamkeit der elektronischen Kriegsführung allein.
Experten zufolge benötigt die Ukraine zunehmend punktbasierte Luftverteidigungssysteme, die Drohnen im Anflug physisch zerstören können. Ohne eine Stärkung der klassischen Luftverteidigung bleibt der Schutz kritischer Infrastrukturen, rückwärtiger Einrichtungen und Luftwaffenstützpunkte vor einer derart großflächigen und mobilen Bedrohung weiterhin gefährdet.

