Der Direktor des Nationalen Antikorruptionsbüros der Ukraine, Semen Kryvonos, erklärte, dass die im Fall Mindych Beteiligten möglicherweise Informationen über eine mögliche Überwachung durch andere Strafverfolgungsbehörden erhalten hätten. Laut Kryvonos versucht das NABU, die Quelle des Datenlecks bezüglich der Bewegungen der Dienstwagen des Büros zu ermitteln und herauszufinden, wie diese Informationen an bestimmte Personen gelangten.
Kryvonos betonte, dass die Verdächtigen laut den Ermittlungen im Voraus von den gegen sie eingeleiteten operativen Maßnahmen wussten. Er vermutete, dass die Information von Beamten einer der Strafverfolgungsbehörden weitergegeben worden sein könnte, und hob die Notwendigkeit hervor, konkrete Personen und die Motive für diese Taten zu identifizieren.
Der Direktor des NABU berichtete außerdem über Schwierigkeiten beim Datenabruf aus dem Safe City-System. Laut seinen Angaben erhielt die Behörde für einige Fahrzeuge keine Zugriffsprotokolle, was auf mögliche Manipulationen am System oder die Nutzung von Administratorrechten zum Löschen von Datensätzen hindeuten könnte. Das NABU merkte an, dass in den internen Fallakten Daten zur Überprüfung bestimmter Fahrzeuge vorliegen, die offizielle Antwort jedoch darauf hinweist, dass solche Überprüfungen im System nicht erfasst sind.
Die Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft hatte zuvor berichtet, dass Beteiligte im Fall Mindych möglicherweise mit Strafverfolgungsbehörden über unzulässige Zahlungen gesprochen hätten. Das Staatliche Ermittlungsbüro bestätigte Kontakte zu den Beschuldigten vor Bekanntgabe der Verdachtsmomente.
Das NABU gab außerdem die Entdeckung möglicher Abhörtechnik in der Wohnung eines Mitarbeiters bekannt, der in diesem Fall ermittelte. Die Leitung der Kriminalpolizei teilte mit, dass eine rechtliche Bewertung der Umstände eingeleitet werde. Der Leiter der Spezialisierten Antikorruptionsstaatsanwaltschaft vermutete, dass die Geräte einer der Strafverfolgungsbehörden gehörten und ohne Genehmigung installiert worden sein könnten.
Vertreter des ukrainischen Sicherheitsdienstes waren zu der betreffenden Sitzung des Parlamentsausschusses eingeladen, nahmen jedoch nicht teil. Die Ermittlungen dauern an, und die Strafverfolgungsbehörden erklären ihre Absicht, alle Umstände möglicher Informationslecks und technischer Manipulationen aufzuklären.

