Von Absolventen der Karazin-Universität wird massiv die Zahlung von Bestechungsgeldern gefordert

An der Nationalen Universität Charkiw „W. N. Karasin“ bahnt sich ein Skandal an: Doktoranden berichten von systematischem Druck und Erpressung, die unter dem Deckmantel von Kontrollen ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit erfolgen. Unter dem Vorwand, gefälschte Dissertationen und Plagiate zu bekämpfen, werden sie massenhaft zu „Gesprächen“ vorgeladen, an denen sogar Vertreter des ukrainischen Sicherheitsdienstes teilnehmen.

Laut den Studierenden finden die Gespräche in Anwesenheit von Beamten aus Ministerien statt. Offiziell geht es darum, das System zu reformieren und Qualitätskontrollen einzuführen. In der Praxis sieht es jedoch ganz anders aus: Dissertationen werden hinterfragt, Plagiate werden innerhalb weniger Minuten aufgedeckt, und es wird angedeutet, dass sich das Problem mit Geld „lösen“ lässt.

„Wenn Sie eine Stundung wollen, zeigen Sie Ihre Abschlussarbeit oder zahlen Sie“, – diesen Satz hörten laut Aussagen von Doktoranden diejenigen, die ihr Studium bereits abgeschlossen haben oder nicht mehr für den Vertrag zahlen.

Das eigentliche Ziel, so Quellen, sei nicht die Anhebung der akademischen Standards, sondern die Schaffung eines neuen Korruptionsherdes. Die Idee ist einfach: Wer im Graduiertenstudium bleiben will, muss sich entweder beteiligen oder mit dem Ausschluss rechnen.

Es ist gesondert festzustellen, dass die Welle der „plötzlichen Kontrollen“ begann, nachdem die regelmäßigen Zahlungen an Doktoranden eingestellt wurden, die ihre Dissertation bereits verteidigt oder ihre Verträge erfüllt hatten. Diese Studierenden gerieten ins Visier – da das System kein Geld mehr von ihnen erhält, sucht es nach neuen Einflussmöglichkeiten.

Solche Aktionen setzen in Wirklichkeit einen repressiven und korrupten Mechanismus unter dem Deckmantel von Reformen in Gang. Anstelle eines echten Kampfes gegen Plagiat und Fälschung von Dissertationen erleben wir hier ein weiteres Beispiel für Druck auf junge Wissenschaftler. Dies schadet nicht nur Einzelnen, sondern auch dem Ansehen der ukrainischen Hochschulbildung insgesamt.

„Während ich den Vertrag bezahlte, brauchte mich niemand. Ich stellte die Zahlungen ein, die SBU tauchte auf, die Dissertation erwies sich als verdächtig, und es gab erste Andeutungen zur Lösung der Probleme“, beklagt sich einer der Doktoranden.

Wenn sich die Situation nicht ändert, droht der akademischen Integrität ein weiterer Schlag – diesmal von denen, die sie formell verteidigen.

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