Die Nationalbank der Ukraine hat die Strafen für Banken bei Verstößen gegen die Sanktionsgesetzgebung erhöht. Beschluss Nr. 9, der am 4. Februar in Kraft trat, sieht eine Erhöhung der Höchststrafe für die Nichteinhaltung der Beschränkungen für sanktionierte Personen auf 1 % des Stammkapitals der Bank vor.
Bis zum 1. Februar betrug die Geldbuße lediglich 0,01 % des Stammkapitals der Bank, wurde nun aber um das Hundertfache erhöht. Für Banken mit dem größten Kapital, beispielsweise die staatliche PrivatBank (206 Milliarden UAH), bedeutet dies eine mögliche Geldbuße von bis zu 2,06 Milliarden UAH. Für kleinere Banken mit einem Kapital von 200 Millionen UAH können die Geldbußen bis zu 2 Millionen UAH betragen.
Die NBU verpflichtet Banken, Personen auf Sanktionslisten Dienstleistungen zu verweigern und deren Konten zu schließen. Die Aufsichtsbehörde hat wiederholt festgestellt, dass Banken die Umsetzung dieser Verpflichtung häufig verzögern oder Mängel bei der Kundenprüfung aufweisen.
Eine der größten Herausforderungen für Banken besteht darin, schnell auf Aktualisierungen der Sanktionslisten zu reagieren. Der staatliche Finanzüberwachungsdienst aktualisiert regelmäßig die Liste der Personen, die mit Terrorismus oder sanktionierten Aktivitäten in Verbindung stehen, und Banken müssen die Einhaltung dieser Liste durch ihre Kunden unverzüglich überprüfen, selbst bei Transaktionen, die nur Sekunden dauern.
Neben der Stärkung der Sanktionsüberwachung sieht die Entschließung Nr. 9 neue Geldbußen vor für:
- Nichteinhaltung der Vorschriften zur Finanzüberwachung (Höchststrafe – bis zu 135,15 Millionen UAH).
- Fehlende geeignete Ausstattung in Abteilungen für Menschen mit Behinderungen und andere Gruppen mit eingeschränkter Mobilität (z. B. Rampen, Braille-Schrift oder entsprechend geschultes Personal).
Die NBU verlangt nicht nur die Einhaltung der technischen Vorschriften, sondern auch die Gewährleistung des Zugangs zu Finanzdienstleistungen für alle Bevölkerungsgruppen.
Finanzexperten räumen ein, dass die technischen Anforderungen der NBU oft schwer fristgerecht zu erfüllen sind, insbesondere angesichts der häufigen Aktualisierungen der Sanktionslisten. Die Aufsichtsbehörde betont jedoch, dass die erhöhten Bußgelder der Disziplinierung im Bankensektor und der Einhaltung des Gesetzes dienen.
Die neue, strenge Regulierung wird eine ernsthafte Herausforderung für die Banken darstellen, die gezwungen sind, sich an die erhöhten Anforderungen anzupassen und Strafen in Millionenhöhe zu vermeiden.

