Im Fernsehsender Kanal 24 kommentierte der Militärexperte und ATO-Veteran Jewhen Dyki die erwartete russische Offensive in der Region Kursk und betonte, dass dies das Ergebnis erheblicher Anstrengungen der russischen Armee sei und wichtige strategische Konsequenzen habe.
Angriffsverzögerung und ihre Indikatoren
Dyky merkte an, dass die russische Offensive in der Region Kursk keine Überraschung, sondern vielmehr erwartet worden sei. „Wir haben sogar darauf gewartet. Prognosen zufolge würden sie ihre Streitkräfte in zwei Wochen zusammenziehen, nicht in sechs“, sagte der Experte. Er betonte, dass Russland länger als üblich gebraucht habe, um eine 40.000 Mann starke Truppe aufzustellen, was auf die Erschöpfung seiner Ressourcen hindeute. Dies deute auch darauf hin, dass die russische Armee, obwohl immer noch groß, durch die andauernden Kämpfe bereits stark geschwächt sei.
Repression als Überlebensfrage
Jewhen Dykyi betonte, dass die Vertreibung ukrainischer Streitkräfte aus der Region Kursk für das Putin-Regime eine Frage des Überlebens sei. „Wenn wir uns dort langfristig etablieren und unser Territorium ausdehnen, wird das die Propaganda, die den Russen den Grenzvorfall aufzeigt, zunichtemachen“, erklärte der Experte. Er merkte an, dass die Bestätigung der russischen Schwäche in einer so wichtigen Operation ein schwerer Schlag für das Putin-Regime wäre.
Taktische Aspekte und strategische Pläne
Dyky sprach über die Unterschiede in der Art der Kämpfe in der Region Kursk und verglich sie mit dem Stellungskrieg in der Ostukraine. „Es ähnelt eher der Anfangsphase des Krieges dort, als wir in der Nordukraine kämpften. Das Gelände ist bewaldet und von Flüssen durchzogen, und die Verteidiger setzen auf mobile Operationen und Manövrierfähigkeit“, bemerkte der Experte. Dies deutet auf eine neue, möglicherweise weniger vorhersehbare Kriegsführung hin.
Die Rolle der 106. Luftlandedivision
Dyky hob die Beteiligung der 106. Luftlandedivision an der russischen Offensive besonders hervor. „Sie gehört zu den kampferprobtesten Einheiten. Sie kämpfte bereits in der Region Cherson gegen uns und wurde für die Offensive in der Region Kursk neu aufgestellt“, erklärte er. Diese Division, so Dyky, sei Russlands wichtigste Stütze in dieser Operation, was ihre strategische Bedeutung noch erhöhe.

