„Worte genügen nicht“: Wie Künstler auf den Raketenangriff am 17. Juni reagierten

Nach dem verheerenden Raketenangriff in der Nacht des 17. Juni, bei dem mindestens 22 Einwohner Kiews ums Leben kamen, rief die Hauptstadt den 18. Juni zum Trauertag aus. Sämtliche Unterhaltungsveranstaltungen sind in der Stadt verboten, und es herrscht Stille im öffentlichen Raum: Ukrainische Künstler sagen massiv Werbung und Veröffentlichungen ab, um ihre Anteilnahme und Solidarität mit den Opfern auszudrücken.

Dutzende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens – Schauspieler, Fernsehmoderatoren, Musiker – äußerten in den sozialen Medien schmerzliche und unterstützende Worte. Unter ihnen sind Liliya Rebryk, Olga Sumska, Hector Jimenez-Bravo, Khrystyna Gornyak, Dasha Kvitkova, Vadym Oliynyk und andere.

„Worte reichen nicht mehr aus… Heute sind all unsere Gedanken und Gebete bei denen, die nicht mehr unter uns sind. Bei denen, die gelitten haben. Die überlebt haben, aber mit Wunden im Herzen. Die den Morgen nicht mehr erleben durften“, schrieb die Sängerin Lida Lee.
„Drei Jahre Krieg, und der Schmerz lässt nicht nach. Trauer, Angst, Wut… Aber gleichzeitig Dankbarkeit gegenüber denen, die jeden neuen Morgen möglich machen.“

Besonders schmerzlich war der Zynismus russischer Nutzer in den Kommentaren zu dem Beitrag der Sängerin Nadia Dorofeeva, die ihr Entsetzen und ihre Trauer über die Todesopfer zum Ausdruck brachte. Ihr Foto löste eine Flut von Spott und Zustimmung im prorussischen Publikum aus, was das Ausmaß des Informationsterrors, der die Raketenangriffe begleitet, nur noch verdeutlichte.

Auch die legendäre Sofia Rotaru brach ihr Schweigen. Nach langer Pause veröffentlichte sie in den sozialen Netzwerken ein schwarzes Bild mit der Aufschrift „Gebet für Kiew“ . Sie fügte keinen Kommentar hinzu, doch selbst diese kurze Veröffentlichung erlangte für viele Ukrainer große Bedeutung.

Am Morgen des 18. Juni dauerten die Rettungsarbeiten in Kiew an. Die Zahl der Todesopfer könnte noch steigen. Menschen sind weiterhin unter den Trümmern eingeschlossen, und Rettungskräfte kämpfen um das Leben der Schwerverletzten.

Die Ukraine ehrt das Andenken der Gefallenen. Und mit ihnen all jener, deren Stimmen auf der Bühne, im Fernsehen oder im Radio zu hören sind. An diesem Tag schweigen sie, damit die Wahrheit über den Krieg umso lauter vernommen wird.

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