Teenager nutzten einen digitalen Videorekorder, um Raketenangriffe auf ukrainische Städte aufzuzeichnen

Der ukrainische Sicherheitsdienst hat gemeinsam mit der Nationalpolizei fünf Agenten russischer Geheimdienste festgenommen, die mithilfe von Videokameras Raketenangriffe auf ukrainische Städte koordinierten. Die Agentengruppe operierte im Osten, Süden und Westen des Landes – von Saporischschja bis Chmelnyzkyj. Der jüngste Spion war erst 16, der älteste 23 Jahre alt.

Laut SBU kannten sich alle Verdächtigen, agierten aber unabhängig voneinander. Sie alle hatten einen Vorgesetzten der russischen Geheimdienste, der sie über Telegram-Kanäle koordinierte. Über diese Kanäle rekrutierten die Besatzer junge Ukrainer, die im Internet nach Nebenjobs suchten.

Die Gruppe wirkte zunächst wie eine zufällige Zusammenkunft: ein Student aus Saporischschja, ein Bekannter von ihm und zwei Brüder aus der Region Charkiw. Doch ihre Aktivitäten waren alles andere als zufällig.

Auf Anweisung russischer Kuratoren sollten sie Koordinaten für präzise Angriffe auf Verteidigungseinrichtungen der ukrainischen Streitkräfte in Sumy, Mykolajiw, Saporischschja sowie in den Regionen Kiew, Charkiw, Chmelnyzkyj und Dnipropetrowsk festlegen. Die Agenten bereisten die Regionen und parkten ihre mit eingeschalteten Videokameras ausgestatteten Fahrzeuge in der Nähe von Militäreinrichtungen und Cafés. Von den Cafés aus führten sie Observationen durch, überprüften die Ausrüstung, wechselten Speicherkarten und überwachten die Aufnahmen.

Die Spionageabwehrabteilung des SBU deckte die Aktivitäten der Spione im Voraus auf, dokumentierte alle Phasen der kriminellen Tätigkeit und nahm die Mitglieder der Spionagegruppe erst nach Gewährleistung der Sicherheit militärischer Einrichtungen an ihren Wohnorten fest.

Alle Angeklagten wurden gemäß Artikel 111 Absatz 2 des ukrainischen Strafgesetzbuches wegen Hochverrats unter Kriegsrecht angeklagt. Ihnen droht lebenslange Haft mit Einziehung ihres Vermögens. Das Gericht hat bereits Untersuchungshaft angeordnet.

Dieser Fall ist eine weitere Erinnerung daran, wie Gefahren selbst in den banalsten Dingen lauern können – sogar in einer Dashcam an der Windschutzscheibe.

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