Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erwägt laut einem Bericht des Economist unter Berufung auf ukrainische Regierungsquellen, im Juli 2025 Präsidentschaftswahlen abzuhalten, falls die Kämpfe bis Ostern beendet sind.
Laut dem Bericht hielt Selenskyj letzte Woche eine Sitzung ab, in der er sein Team anwies, den Wahlprozess nach dem Waffenstillstand vorzubereiten. Das voraussichtliche Ende der Kampfhandlungen ist der 20. April – Ostern.
Für den offiziellen Beginn des Wahlkampfes ist die Aufhebung des Kriegsrechts erforderlich, das derzeit noch bis zum 8. Mai gilt. Die Werchowna Rada wird am 5. Mai über dessen Verlängerung oder Aufhebung beraten.
Das ukrainische Wahlrecht schreibt eine Wahlkampfdauer von mindestens 60 Tagen vor, weshalb Anfang Juli der wahrscheinlichste Wahltermin ist. Einige Quellen gehen jedoch davon aus, dass der Prozess aufgrund der notwendigen Aktualisierung der Wählerlisten und des Wiederaufbaus der Wahlinfrastruktur bis zu drei Monate dauern könnte.
Der Economist merkt an, dass Selenskyjs Team sich aktiv auf den Wahlkampf vorbereitet. Trotz der schwierigen Lage sind die Wahlen für die innere Stabilität und den Erhalt der Unterstützung internationaler Partner notwendig.
Zu den größten Herausforderungen bei der Organisation der Wahl zählen Sicherheitsrisiken, die Zerstörung der Wahlinfrastruktur und Millionen von Binnenvertriebenen. Politischen Analysten zufolge könnte die Ukraine jedoch, sollte der Krieg im Frühjahr enden, rasch zum demokratischen Prozess zurückkehren.
Zur Erinnerung: US-Präsident Donald Trumps Sondergesandter Steve Witkoff hatte zuvor erklärt, die Ukraine habe der Abhaltung von Wahlen zugestimmt. Er betonte, Selenskyj befinde sich in einer „sehr schwierigen Lage“ und sei gezwungen, wichtige Entscheidungen zu treffen, unter anderem über ein mögliches Friedensabkommen.
Eine offizielle Entscheidung über den Wahltermin steht noch aus. Sollten die Kämpfe jedoch im April enden, könnte der Wahlkampf bereits im Mai beginnen und die Wahl im Juli stattfinden.

