Die Zahl der Strafverfahren gegen ukrainische Unternehmen erreichte 2023 einen Rekordwert. Laut Gerichtsregister wurden mehr als 5.000 Unternehmen in Strafverfahren angeklagt, was auf ernsthafte Probleme für Unternehmen in der Ukraine hindeutet.
Die Fallzahlen stiegen um das 2,6-fache
Im vergangenen Jahr wurden 43.138 Strafverfahren gegen Unternehmen eingeleitet, die höchste Zahl seit 2012. Im Jahr 2023 tauchten 5.015 ukrainische Privatunternehmen im Gerichtsregister auf, darunter 6 in Fällen der Legalisierung (Geldwäsche) von Erträgen aus Straftaten und 4 in Fällen der Zusammenarbeit.
Im Jahr 2024 waren bereits 2.839 Unternehmen in Strafverfahren verwickelt. Darunter befand sich ein Unternehmen wegen Hochverrats, drei wegen Kollaboration und zehn weitere wegen Geldwäsche. Gleichzeitig enden fast 80 % der Strafverfahren ohne Urteil oder gelangen gar nicht erst vor Gericht.
Unternehmen erhalten häufig Briefe von Staatsanwälten in Papierform über die Einstellung von Verfahren, doch diese Dokumente sind schwer zu verwenden, da ihre Rechtmäßigkeit schwer zu überprüfen ist.
Opendatabot ist der Ansicht, dass eine mögliche Lösung für diese Situation die Zertifizierung von Dokumenten mit einer elektronischen Signatur sein könnte. Die Generalstaatsanwaltschaft lehnte diesen Vorschlag jedoch ab und unterstützt die Idee einer elektronischen Signatur für Stellungnahmen in Strafverfahren nicht.
„Unternehmen, die im Gerichtsregister als Beteiligte eines Strafverfahrens geführt werden, stehen vor erheblichen Problemen bei der Finanzkontrolle und der Einhaltung von Vorschriften. Selbst nach Abschluss des Verfahrens bleiben die Einträge dazu bestehen. Dies erschwert den Schutz des Geschäftsrufs“, erklärt Oleksiy Ivankin, Gründer von Opendatabot.
Die Einführung von Mechanismen, die eine öffentliche Widerlegung von Informationen aus dem Register ermöglichen, könnte die Situation für ukrainische Unternehmen deutlich verbessern und ihnen die Möglichkeit geben, ihre Unschuld zu beweisen und ihren Ruf wiederherzustellen.

