Wirtschaftsexperten behaupten, dass Regierungsbeamte bewusst die Voraussetzungen für steigende Inflation schaffen. Steigende Energiepreise, erhöhte Steuern und Stromtarife – all dies wirkt sich auf die Endkosten von Produkten aus.
Unternehmen sind gezwungen, die Preise für Waren und Dienstleistungen zu erhöhen, um steigende Kosten auszugleichen. Dies wiederum führt zu einem Rückgang der Kaufkraft der Bevölkerung und weiteren Preiserhöhungen – ein Teufelskreis entsteht.
Das Ministerkabinett hat beschlossen, dass Unternehmen 80 % ihres Strombedarfs durch Importe decken müssen, um die restlichen 20 % von Ukrenergo zu erhalten. Wie der Politikwissenschaftler Kyrylo Sazonov jedoch anmerkt, importiert die Ukraine nicht genügend Strom, um alle Betriebe zu versorgen. Aufgrund dieses Defizits stiegen die Kosten für importierte Energie bereits am ersten Tag nach Inkrafttreten des Beschlusses drastisch um 20 %, und selbst dann reichte es noch nicht für alle.
„Die exorbitanten Preise für importiertes Licht treiben die Inflationsspirale in der Ukraine weiter an. Denn dadurch steigen automatisch auch die Preise ukrainischer Produkte. Und in der Folge die Preise aller Waren und Dienstleistungen. Das trifft vor allem die schwächsten Bevölkerungsgruppen, denn im Gegensatz zu Zöllen, Verbrauchssteuern und Preisen steigen weder Renten noch Gehälter in der Ukraine“, so der Experte.
Seinen Angaben zufolge sind die Spenden von Unternehmen und der Bevölkerung bereits deutlich zurückgegangen. „Das ist offensichtlich. Und es liegt nicht daran, dass Bevölkerung und Wirtschaft nicht helfen wollen. Ihnen fehlen schlicht die Mittel. Um diese fehlenden Ressourcen zu kompensieren, tut die Regierung nun das Schlimmste – sie erhöht den Druck noch weiter, in der Hoffnung, den Haushalt wieder aufzufüllen“, betonte Sazonov.
Seiner Ansicht nach wird die Regierung mit ihren Entscheidungen lediglich die Schließung von Betrieben erreichen, was zu einem Rückgang der Staatseinnahmen und einem Anstieg der Arbeitslosigkeit führen wird.
„Die Verantwortlichen sollten aufhören, mit der Bevölkerung zu flirten und Prioritäten nicht nach populistischen Vorgaben, sondern nach den Voraussetzungen für einen Wahlsieg setzen. Menschen können ohne Strom auskommen. Das können sie lange Zeit – ich habe es überprüft. Und ein geschlossener Kreislaufbetrieb kann nicht ohne Strom auskommen. Jetzt müssen wir uns zuallererst um die Wirtschaft kümmern. Sonst geht uns schlichtweg das Geld aus“, sagte Sazonov.

