Die Rückkehr der Migranten in die Ukraine wird voraussichtlich schrittweise erfolgen und mit einer Verringerung der Sicherheitsrisiken einhergehen, die voraussichtlich ab 2025 einsetzen wird. Die Dauer des Krieges erhöht jedoch das Risiko, dass ein erheblicher Teil der Bürger nicht zurückkehrt.
Einer UN-Umfrage zufolge lag die Zahl der externen Migranten Ende 2023 bei 6,3 Millionen. Laut der Nationalbank der Ukraine (NBU) stieg diese Zahl im Laufe des Jahres um etwa 200.000 Personen. Die NBU prognostiziert für 2024 einen weiterhin geringen, aber dennoch anhaltenden Migrationsstrom von etwa 100.000 Menschen pro Jahr aufgrund der fortbestehenden hohen Sicherheitsrisiken.
Es wird erwartet, dass nach dem Rückgang der Sicherheitsbedrohungen im Jahr 2025 etwa 400.000 Menschen in die Ukraine zurückkehren werden. Der Wiederaufbau von Wohnraum und Infrastruktur sowie die Zunahme von Arbeitsplätzen aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes werden laut der erwähnten Studie zu einer aktiveren Rückkehr im Jahr 2026 beitragen, bei der voraussichtlich 800.000 Menschen zurückkehren werden.
Nicht alle Migranten planen, in die Ukraine zurückzukehren. Laut der Nationalbank der Ukraine (NBU) können diejenigen, die sich in den Aufnahmeländern erfolgreich integriert haben, die Rückkehr verweigern oder sie auf unbestimmte Zeit verschieben.
Die Risiken einer langsamen Rückkehr von Migranten werden durch die Dauer des Krieges, die hohe Intensität der Kampfhandlungen und den Beschuss ziviler Infrastruktur verschärft. Nach Kriegsende könnten sich die Auswanderungsprozesse intensivieren, insbesondere durch Familienzusammenführung nach Aufhebung der Ausreisebeschränkungen für Männer. Wirtschaftliche Schwierigkeiten können die Rückkehr zusätzlich erschweren und bestehende Probleme verschärfen.
Laut dem Bericht der Nationalbank der Ukraine (NBU) können diese Auswanderungs- und Wirtschaftsfaktoren die Binnennachfrage und das Arbeitskräfteangebot in der Ukraine beeinflussen. Die Ungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt könnten zunehmen, was den Druck auf Unternehmen hinsichtlich Löhnen und Preisen für Waren und Dienstleistungen erhöhen wird. Gleichzeitig könnte eine schwächere Nachfrage teilweise kompensiert werden.
Laut Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) erreichte die Zahl der ukrainischen Flüchtlinge Ende 2023 weltweit 6,357 Millionen. Davon waren 5,954 Millionen in Europa und 0,404 Millionen außerhalb Europas registriert. Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge könnten nach dem Ende des Krieges mit Russland etwa 2 Millionen ukrainische Flüchtlinge beschließen, dauerhaft im Ausland zu bleiben.

