In der Region Chmelnyzkyj ist ein weiterer Korruptionsskandal im Zusammenhang mit dem Bau des Kinderkreativzentrums in Netischyn aufgedeckt worden. Innerhalb von sieben Jahren wurden mindestens zwei Ausschreibungen vergeben, und es flossen Dutzende Millionen Hrywnja – nun hat sich die Polizei eingeschaltet.
Am 21. August erstattete die Staatsanwaltschaft des Bezirks Schepetiv Anzeige gegen Jaroslaw Petruk, Leiter der Bauabteilung des Stadtrats von Netischyn. Ihm wird die mögliche Veruntreuung von Geldern während des Baus des Kinderzentrums vorgeworfen.
Die Baugeschichte begann bereits 2017, als die UKB einen Vertrag mit der Atommontazhservice LLC über den Umbau des Gebäudes des Zentrums für soziale Dienste für Jugendliche in eine außerschulische Bildungseinrichtung zum Preis von 29,7 Millionen UAH unterzeichnete. Da der vorherige Vertrag nicht erfüllt wurde, wurde 2023 eine neue Ausschreibung über 40 Millionen UAH veröffentlicht.
Interessanterweise ist der Direktor und Inhaber des Bauunternehmens, Serhij Wosnjuk, der zugleich ein millionenschwerer Lokalpolitiker und Abgeordneter ist, vermutlich der Pate des Bürgermeisters von Netischyn, Oleksandr Suprunjuk, und des ehemaligen Steuerbeamten Ihor Singajewski. Petruk gilt in der Stadt als der „Geldgeber“ des Bürgermeisters, der kürzlich im Verdacht stand, 20 Millionen UAH für den Kauf von Drohnen für die ukrainischen Streitkräfte veruntreut zu haben.
Dieser Fall ist nicht das erste hochkarätige Projekt unter Petruks Leitung: Die UKB war bereits in einen Fall von Veruntreuung von Haushaltsmitteln für den Bau eines Schulunterstands verwickelt, bei dem ein Teil der Arbeiten unerwartet auf die Schultern von Lehrern und Angestellten der Bildungseinrichtung fiel. Darüber hinaus könnte Petruk in ein weiteres Strafverfahren – wegen Körperverletzung bei der Auftragsvergabe – verwickelt sein.
Anwohner beschweren sich über Vetternwirtschaft, Grundstücksbetrug und millionenschwere Korruptionsfälle, in die laut Journalisten das Umfeld von Bürgermeister Netishyn verwickelt ist. Die Strafverfolgungsbehörden scheinen bereit zu sein, den Fall ernsthaft zu untersuchen.

