Ein Gericht in Kiew verhandelt einen Strafprozess wegen des Verdachts der Veruntreuung von Haushaltsmitteln für die Notfallversorgung. Im Mittelpunkt des Falls steht der Kauf von Autoteilen für Krankenwagen, bei dem die Preise laut Ermittlungen um fast zwei Millionen Hrywnja überhöht waren.
Die Staatsanwaltschaft des Bezirks Schewtschenko in Kiew hat Anklage gegen den Leiter einer Abteilung des städtischen Verbandes „Kyivmedspetstrans“ erhoben. Ihm wird vorgeworfen, Haushaltsmittel in besonders hohem Umfang veruntreut und wissentlich falsche Angaben in offizielle Dokumente eingetragen zu haben.
Laut den Ermittlungen im Vorverfahren handelten Funktionäre des städtischen Verbandes „Kyivmedspetstrans“ im Jahr 2022 in Absprache mit dem Geschäftsführer eines Privatunternehmens. Die Funktionäre erstellten und genehmigten Dokumente, auf deren Grundlage die voraussichtlichen Kosten für die zur Reparatur von Rettungsfahrzeugen benötigten Autoteile ermittelt wurden.
Die Ermittlungen ergaben, dass kontrollierte Unternehmen zur Umsetzung des Systems eingesetzt wurden, wodurch ein vorab festgelegtes Unternehmen den Zuschlag für die Auftragsvergabe erhielt. Der Gesamtwert des abgeschlossenen Vertrags belief sich auf fast 5,5 Millionen Hrywnja.
Nach Vertragsunterzeichnung lieferte das Privatunternehmen Autoteile zu Preisen, die deutlich über den Marktpreisen lagen. Dies wurde durch eine umfassende transport- und warenbezogene sowie wirtschaftsforensische Untersuchung bestätigt. Laut deren Schlussfolgerungen waren die Kosten der gekauften Teile um mehr als 1,9 Millionen Hrywnja überhöht, was dem Haushalt der Stadt Kiew erhebliche Verluste verursachte.
Die Sanktionen der Artikel des Strafgesetzbuches der Ukraine, die den Beschuldigten belasten, sehen eine Bestrafung in Form einer Freiheitsstrafe von bis zu 12 Jahren mit Einziehung von Vermögen und Entzug des Rechts auf die Ausübung bestimmter Ämter oder bestimmter Tätigkeiten vor.
Die Voruntersuchungen gegen die übrigen Angeklagten im Strafverfahren wurden vorerst ausgesetzt. Laut Staatsanwaltschaft liegt dies daran, dass einige der Verdächtigen gesucht werden und einer der Beteiligten mobilisiert wurde.

