Trotz der abgesagten Bauentscheidung verkauft und bewirbt die Stolitsa Group weiterhin aktiv Wohnungen im Wohnkomplex „H2O“, der auf dem Gelände des Ökoparks Osokorki errichtet wird.
Laut der gemeinnützigen Organisation „Ökopark Osokorky“ hat das Verwaltungsgericht des Bezirks Wolyn am 25. April 2025 die Baugenehmigung für die Anlage vollständig widerrufen. Das Gericht gab der Klage der NGO gegen die aufgelöste Staatliche Architektur- und Bauaufsichtsbehörde der Ukraine (SACUI) statt, die die Genehmigung zuvor erteilt hatte.
In der Klage wurde behauptet, dass die Stolitsa-Gruppe keine Genehmigung für die Bebauung des Gebiets erhalten habe, das den Status eines Landschaftsdenkmals besitzt – „Historische Landschaft der Kiewer Berge und des Dnepr-Flusstals“. Das Fehlen dieser Genehmigung bildete die Grundlage für die Aufhebung der Genehmigung.
Trotz des eindeutigen Gerichtsurteils hat der Bauträger die Bauarbeiten nicht nur nicht eingestellt, sondern das Projekt auch aktiv vermarktet. Auf offiziellen Webseiten und in Anzeigen bietet das Unternehmen Wohnungen in dem neuen Wohnkomplex zum Kauf an, ohne das Gerichtsurteil zu erwähnen.
Die Anwälte der NGO „Ecopark Osokorky“ betonen, dass jede Investition in diese Anlage derzeit mit Risiken verbunden ist, da der Wohnkomplex faktisch den Status einer illegalen Bebauung erlangt hat. Sie appellieren an potenzielle Käufer, von Vertragsabschlüssen abzusehen, bis der rechtliche Status des Grundstücks und die Genehmigungsdokumente eindeutig geklärt sind.
Zur Erinnerung: Die Stolitsa-Gruppe, die mit der Geschäftsfrau Vlada Molchanova in Verbindung steht, war bereits in Skandale im Zusammenhang mit der Entwicklung von Grünflächen in Kiew verwickelt. Der Fall des Wohnkomplexes H2O wirft erneut ernsthafte Fragen hinsichtlich der Einhaltung städtebaulicher Vorschriften auf.

