Andriy Bilous, Dozent an der Nationalen Universität für Theater, Film und Fernsehen in Kiew und Regisseur, hat sich erstmals zu den Vorwürfen der sexuellen Belästigung von Studentinnen geäußert. Auf Nachfrage von Journalisten der Zeitung Hromadske bestätigte er, Anzeige erstattet zu haben. Die Polizei ermittelt nun in dem Fall. Gleichzeitig lehnte Bilous es ab, sich während der laufenden Ermittlungen näher zu äußern.
„Ich habe Anzeige bei der Polizei erstattet, die Ermittlungen laufen. Ich werde mich während der laufenden Ermittlungen nicht äußern“, sagte er in einer kurzen Nachricht via Messenger.
Die Vorwürfe gegen den Professor folgten auf mehrere Aussagen ehemaliger Studentinnen der Universität, die Bilous sexuelle Belästigung vorwarfen. Eine der Studentinnen schilderte einen Vorfall, bei dem der Professor sie in sein Büro einlud, wo es zu unerträglicher körperlicher und seelischer Misshandlung kam. Eine andere Studentin gab an, Bilous habe intime Fotos von ihr verlangt und sie zu Beziehungen gezwungen, die über das Erlaubte hinausgingen.
Die Anschuldigungen kamen ans Licht, nachdem die 23-jährige Studentin Sofia Sapozhnik erstmals Belästigungsvorwürfe erhoben hatte, die im Jahr 2020 stattgefunden haben sollen. Sie sprach auch über andere sexuelle Annäherungsversuche von Bilous.
Die Universität gab an, die Polizei kontaktiert zu haben, um die Informationen zu überprüfen. Allerdings gingen bei der Universität keine Beschwerden von Studierenden über Bilous' Verhalten ein, was weitere Fragen zur internen Untersuchung und zum Vorgehen der Universitätsleitung aufwirft.
Eine Initiative von Studenten und Alumni sammelt weiterhin Zeugenaussagen und beabsichtigt, Anzeige bei der Polizei zu erstatten, um die Rechte der Opfer zu verteidigen.

