Viele kennen das: Tagsüber haben sie kaum Appetit, abends hingegen einen unstillbaren Heißhunger. Die Ernährungswissenschaftlerin Kelsey Kunick erklärt in einem Kommentar für EatingWell, dass die Ursache meist nicht in mangelnder Willenskraft, sondern in einer ungesunden Ernährung tagsüber liegt.
Laut ihrer Aussage verläuft ein typisches Muster folgendermaßen: Betroffene essen morgens und nachmittags sehr wenig, und abends „verlangt“ der Körper eine Kompensation. In einem Fall war ihre Patientin überzeugt, das Problem sei emotional bedingt, doch eine Analyse der Ernährung zeigte eine physiologische Ursache – einen Mangel an Kalorien und Nährstoffen.
Die Hauptursachen für abendliches Überessen sind eine unzureichende Nahrungsaufnahme tagsüber und eine unausgewogene Ernährung. Bestehen Frühstück und Mittagessen hauptsächlich aus Kohlenhydraten, werden diese schnell verdaut, was zu starken Blutzuckerschwankungen führt. Fehlen Proteine und Fette, entsteht schneller wieder Hunger.
Studien zeigen, dass Eiweiß zum Frühstück den Blutzuckerspiegel über den Tag stabilisiert und Heißhungerattacken am Abend vorbeugt. Zudem aktiviert längeres Fasten Hirnareale, die mit dem Verlangen nach kalorienreichen Lebensmitteln in Verbindung stehen.
Die Ernährungswissenschaftlerin rät, auf lange Pausen zwischen den Mahlzeiten, anhaltende Unterernährung am Abend und den Drang, „alles auf einmal“ zu essen, ohne wirklichen Hunger zu verspüren, zu achten – dies sind typische Anzeichen für einen Energiemangel.
Um abendliche Heißhungerattacken zu vermeiden, empfiehlt der Experte, den Tag mit einem proteinreichen Frühstück zu beginnen, ein ausgewogenes Mittagessen zu sich zu nehmen und zwischendurch Snacks einzuplanen. Wenn der Körper tagsüber ausreichend Energie erhält, verschwindet das Verlangen nach unkontrolliertem Überessen am Abend von selbst.

