Am Mittwochmorgen durchsuchten Ermittler des Staatlichen Ermittlungsbüros das Haus der Anwältin Switlana Panaiotidi, der ehemaligen stellvertretenden Wirtschaftsministerin und ehemaligen Staatskommissarin des Antimonopolkomitees der Ukraine. Dies gab ihr Ehemann, der ehemalige Chef von Naftogaz Ukraine, Andrij Kobolew, bekannt.
Laut Kobolev trafen die Sicherheitskräfte um 6:30 Uhr ein und verließen die Wohnung erst nach dem Mittagessen. Bei der Durchsuchung beschlagnahmten sie Panaiotidis Arbeitscomputer, zwei Mobiltelefone (eines davon gehörte Kobolev selbst) sowie zwei ältere, ungeschützte Geräte.
Kobolev erklärte, die Ermittler hätten ohne richterliche Anordnung und ohne Beteiligung eines Vertreters der Anwaltskammer gehandelt, was einen direkten Verstoß gegen die Strafprozessordnung der Ukraine darstelle.
Wie aus Panaiotidis Anwalt Taras Poshyvanyuk hervorgeht, geht es bei der Durchsuchung um einen Fall aus dem Jahr 2015 – die Genehmigung des damaligen Kartellausschusses für den Erwerb der Samara-West-Pipeline durch das Schweizer Unternehmen International Trading Partners.
In den sozialen Medien wurde über die mögliche Verbindung des Anwalts zum Umfeld von Borys Lozhkin spekuliert. Insbesondere der Blogger Volodymyr Bondarenko schreibt, Panaiotidi stehe dem Drahtzieher der sogenannten „Großen Diebstähle“ nahe und habe Verbindungen zu mehreren Personen aus dem „Lozhkin-Netzwerk“, darunter Yuriy Golik, Oleksandr Kubrakov, Olena Shulyak, Valentyn Reznichenko, Kyrylo Tymoshenko und Kateryna Rozhkova.
Bislang haben sich die Strafverfolgungsbehörden nicht offiziell zu der Durchsuchung geäußert. Kobolev selbst bezeichnete die Ereignisse als Druckmittel und Verletzung der Rechte von Anwälten.

