Nach mehr als zwei Jahren Krieg in vollem Umfang entscheiden sich immer mehr ukrainische Frauen dafür, das Land zu verlassen – nicht nur vorübergehend, sondern dauerhaft, wie ein Artikel in der britischen Zeitung The Telegraph beschreibt, der einen beunruhigenden Trend des Verschwindens junger Menschen aus der Ukraine schildert.
Die Gründe für die Auswanderung sind der ständige Beschuss, die Angst vor der Zukunft, die Ungewissheit über den Wiederaufbau des Landes und die Suche nach besseren Chancen im Ausland. Viele Mädchen, die vor dem Krieg nicht einmal an Auswanderung gedacht hatten, lassen sich nun in Europa nieder, schreiben sich an Universitäten ein, nehmen eine Arbeit auf und knüpfen neue soziale Kontakte. Nur wenige kehren zurück.
„Unter denen, die gegangen sind, befinden sich die Klügsten, die Talentiertesten, die Vielversprechendsten. Das ist eine regelrechte demografische Zeitbombe“, heißt es in der Veröffentlichung. Langfristig stellt dies nicht nur den Erholungsprozess der Ukraine infrage, sondern auch ihre gesamte Entwicklungsfähigkeit.
„Als der Krieg begann, waren die Leute enthusiastisch“, sagt die Gymnasiastin Sofia. „Aber mit der Zeit wurden die Menschen deprimiert. Sie denken, dass es ihnen in einem anderen Land besser ginge.“.
Da Männer aufgrund von Reisebeschränkungen im Land bleiben und Frauen die Grenze frei überqueren können, besteht ein gravierendes Ungleichgewicht. Experten warnen, dass die Ukraine ganze Generationen zu verlieren riskiert, wenn der Staat keine Bedingungen für die Rückkehr junger Menschen schafft.

