Der ukrainische militärisch-industrielle Komplex (MIK) arbeitet weiterhin aktiv an der Modernisierung und Entwicklung neuer Waffensysteme und militärischer Ausrüstung für die ukrainischen Streitkräfte. Im April dieses Jahres wurden bedeutende Fortschritte in diesem Bereich bekannt gegeben, die die kontinuierliche Weiterentwicklung der ukrainischen Rüstungsindustrie belegen.
In der Ukraine tauchen weiterhin neue Waffensysteme auf. Wolodymyr Selenskyj wurde eine neue Drohne mit maschinellem Sichtsystem und einer Reichweite von über 100 km vorgeführt. Dem Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, Oleksandr Syrskyj, wurden ein modernisierter Schützenpanzer und ein neues gepanzertes Fahrzeug präsentiert.
Lizenzierte Mbombe 6×6 und BMP-1TS – gepanzerte Fahrzeuge für die Streitkräfte der Ukraine
Am 18. April wurden dem Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, Oleksandr Syrsky, die neuesten Modelle gepanzerter Fahrzeuge vorgestellt. Zu den Neuheiten zählten der modernisierte Schützenpanzer BMP-1TS mit dem Kampfmodul „Spis-Synthesis“ und ein sechsrädriger Spähwagen. Laut der Zeitung „Military“ hat die Ukraine die Lizenzproduktion des südafrikanischen Spähwagens Mbombe 6×6 ins Leben gerufen. In Südafrika wird dieser vom Unternehmen Paramount Group hergestellt.
Der Mbobme ist ein Radpanzer, der acht Infanteristen im Fahrgastraum Platz bietet. Er verfügt über einen erhöhten Schutz gegen Minenexplosionen. Daher ist jeder Infanterist mit einem separaten minengeschützten Sitz ausgestattet. Die Besatzung besteht aus drei Personen: einem Kommandanten, einem Richtschützen und einem Fahrer. Die Landung erfolgt über die Heckrampe.
In der Basisversion wiegt das Fahrzeug 16 Tonnen. Die Panzerung bietet Schutz gegen 7,61 × 51 mm panzerbrechende Munition und erfüllt die Norm STANAG 4569 Klasse 3. Es wird behauptet, dass das gepanzerte Fahrzeug einer Ladung von bis zu 10 kg TNT-Äquivalent standhält. Zu diesem Zweck ist der Unterboden zweilagig und V-förmig konstruiert.
Der Mbobme 6×6 erhielt das ukrainische Kampfmodul „Spis-Sintez“. Es basiert auf einer 30-mm-Maschinenkanone 3TM-1, einem 30-mm-Granatwerfer KBA-117 und einem koaxialen 7,62-mm-Maschinengewehr PKT sowie zwei Panzerabwehrraketenwerfern vom Typ „Barrier“.
Das Fahrzeug wird von einem Cummins ISBe4-Dieselmotor mit Allison-Automatikgetriebe angetrieben. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 100 km/h und die Reichweite 700 km.
Der BMP-1TS ist eine modernisierte Version des sowjetischen Schützenpanzers, der 2018 eingeführt wurde. Er wurde von der Firma Techimpex entwickelt. Die wichtigste Änderung war das Kampfmodul. Zusätzlich zu den bereits erwähnten Eigenschaften verfügt der BMP-1TS über einen neuen Waffenstabilisator, ein neues Waffenkontrollsystem und eine neue Optik. 2021 wurde ein Vertrag über die Lieferung einer ersten Charge des BMP-1TS an die ukrainischen Streitkräfte unterzeichnet.
Alle drei Tage ein „Bohdan“ – ukrainische Artillerie
Die Selbstfahrlafette Bogdana ist eine ukrainische 155-mm-Artillerieeinheit. Die Erprobung des Geschützes unter Kriegsbedingungen begann bereits im vollen Umfang. Im Laufe der Jahre wurden mehrere Versionen der Bogdana entwickelt. Die neueste Version verfügt über einen Booster, der ein schnelleres Nachladen ermöglicht. Das ukrainische Militär äußert sich positiv über die Eigenentwicklung.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gab bekannt, dass im April zehn Selbstfahrlafetten des Typs „Bohdan“ gefertigt werden sollen. Geplant ist eine weitere Produktionssteigerung der Artilleriesysteme. Bereits im Dezember 2023 produzierte die Ukraine sechs Selbstfahrlafetten pro Monat. Sollte die Produktionsrate von zehn „Bohdan“-Selbstfahrlafetten pro Monat beibehalten werden, könnten die ukrainischen Streitkräfte bis Ende 2024 weitere 80 Artilleriesysteme erhalten.
- Feuerreichweite – bis zu 42 km mit konventionellen Granaten und bis zu 60 km mit aktiv-reaktiven Granaten;
- Kaliber — 155 mm;
- Besatzung — 5 Jäger;
- Geschwindigkeit – bis zu 80 km/h.
„Ukrainischer „Lancet“ – eine Kamikaze-Drohne mit maschinellem Sehen“
Präsident Wolodymyr Selenskyj wurde eine neue Drohne vorgestellt, die bereits den Spitznamen „Ukrainische Lanze“ trägt. Am 13. April, dem Tag der Arbeiter in der Verteidigungsindustrie, wurde dem ukrainischen Staatschef ein neues Modell einer Drohne präsentiert, die im Flug operieren soll. Die angegebene Reichweite der neuen Drohne beträgt über 100 km.
Der Name der Kamikaze-Drohne wird geheim gehalten. Bekannt ist jedoch, dass die Drohne bereits in einem Kampfgebiet eingesetzt wird. Dank der Geschwindigkeit und Sprengkraft ihres Gefechtskopfes wird sie künftig Ziele in der Luft treffen können. Die ukrainische „Lancet“ wird per Katapult gestartet und von einem Elektromotor angetrieben. Die Drohne besitzt einen X-förmigen Rumpf, der ihr eine hohe Manövrierfähigkeit verleiht. Je nach Ziel kann der Gefechtskopf bis zu 3 kg wiegen. Sie ist in drei Versionen erhältlich:
- fragmentarisch;
- thermobarisch;
- panzerbrechende Munition mit Nuklearkern (Durchschlagskraft bis zu 40 mm bei gleichzeitiger Erzeugung einer großen Anzahl sekundärer Splitter nach dem Durchbruch der Hülle).
Zur Bekämpfung von Luftzielen ist die Drohne mit einem Splittergefechtskopf ausgestattet. Dieser wird bei direktem Aufprall auf das Ziel oder in dessen Nähe auf Signal des Bedieners gezündet. Die Höchstgeschwindigkeit des Produkts beträgt 180 km/h, was ausreichen sollte, um die russischen Drohnen „Orlan-10“, „Zala“ oder „Lancet“ abzufangen, die bereits wiederholt im ukrainischen Hinterland gesichtet wurden und zur Korrektur eingesetzt werden.
Das Militär hebt zudem eine weitere Funktion der neuen Drohne hervor: Sie arbeitet mit einem Repeater zusammen, was die Kommunikation über große Entfernungen ermöglicht. Zum Schutz vor elektronischer Kriegsführung verfügt die Drohne über ein AES256-verschlüsseltes Kommunikationsmodul.
Der letzte wichtige Punkt der Kamikaze-Drohne ist ihre „maschinelle Bildverarbeitung“. Sie ermöglicht die Zielerfassung und automatische Zerstörung. Dadurch kann das Ziel selbst bei Kontrollverlust durch elektronische Kampfführung getroffen werden.


