Die Ukraine benötigt 4,5 Millionen Arbeitskräfte

In der Ukraine herrscht ein akuter Mangel an Fachkräften in Branchen wie dem Bauwesen, dem Transportwesen und der Industrie. Schätzungen zufolge wird in den kommenden Jahren ein deutlicher Anstieg der benötigten Fachkräfte erforderlich sein, um die Wirtschaft nach dem Krieg wiederaufzubauen.

Dies erklärte die Direktorin des staatlichen Arbeitsvermittlungsdienstes, Julia Schowtjak, in einem Kommentar zur Lage im Land. Sie nannte mehrere Hauptgründe für den Personalmangel:

  1. Strukturelle Arbeitslosigkeit – schon vor dem Krieg in der Ukraine gab es eine Unterbewertung einer Reihe von Berufen der Arbeiterklasse, die aufgrund von Stereotypen über niedrige Löhne und mangelndes Prestige nicht populär genug waren.
  2. Krieg und Migration – die vorübergehende Besetzung von Gebieten in der Ostukraine und die Vertreibung eines Teils der Arbeitskräfte führten zu einer Situation, in der sich Menschen, die zuvor in Branchen wie dem Bergbau gearbeitet hatten, in Regionen wiederfanden, in denen ihre Fähigkeiten nicht gefragt waren.
  3. Die wirtschaftlichen Folgen der Invasion – die Zerstörung von Unternehmen und der Rückgang der Wirtschaftstätigkeit – wirkten sich erheblich auf die Beschäftigungsstruktur des Landes aus.

Der größte Personalmangel ist in folgenden Bereichen zu beobachten:

  • Bauwesen – Aufgrund der Notwendigkeit, die Infrastruktur und den Wohnungsbestand wiederherzustellen, ist die Gewinnung qualifizierter Arbeitskräfte in diesem Bereich von größter Wichtigkeit.
  • Transportwesen – Mangel an Fahrern, Mechanikern und Spezialisten für Transportreparaturen.
  • Fertigungsindustrie – Mangel an technischem Personal, darunter Maschinenbediener, Schweißer und Ingenieure.
  • Gesundheitswesen – Der Bedarf an Nachwuchsmedizinern, Krankenschwestern und Ärzten wächst.
  • Im sozialen Bereich hat sich angesichts der Herausforderungen des Krieges der Bedarf an Sozialarbeitern deutlich erhöht.

Laut Wirtschaftsministerium könnte der Arbeitskräftemangel in den nächsten zehn Jahren 4,5 Millionen Menschen erreichen. Angesichts des erwarteten umfassenden wirtschaftlichen Aufschwungs nach dem Krieg wird die Nachfrage nach Arbeitskräften in Sektoren wie dem Bauwesen, der Energiewirtschaft, dem Transportwesen und dem Gesundheitswesen weiter steigen.

Hauptrichtungen zur Lösung des Problems:

Der staatliche Arbeitsvermittlungsdienst arbeitet bereits aktiv an der Lösung des Personalmangels. Zu seinen Hauptaufgaben gehören die Förderung von Handwerksberufen, der Ausbau der Berufsausbildung und die Unterstützung von Binnenvertriebenen. Dies umfasst die Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen, Unternehmen und Medien, um ein neues Image von Handwerksberufen zu schaffen, sowie die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften entsprechend den aktuellen Marktbedürfnissen.

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