Das Oberste Antikorruptionsgericht (OSG) hat dem Antrag des ukrainischen Justizministeriums auf Beschlagnahme der Vermögenswerte des sanktionierten belarussischen Staatsunternehmens „Belaruskaliy“ stattgegeben. Es handelt sich dabei um Geldvermögen in Höhe von über 250 Millionen Hrywnja, über 70.000 Tonnen Kaliumchlorid, 1.545 Waggons sowie um 48 % der Anteile an der ukrainischen GmbH „Agrorozkvit“.
Dies teilte der Pressedienst des Justizministeriums mit.
Laut Gerichtsentscheidung gingen folgende Gegenstände in den Staatsbesitz der Ukraine über:
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mehr als 70.000 Tonnen Kaliumchlorid;
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Bargeldreserven in Höhe von insgesamt über 250 Millionen Hrywnja;
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1.545 Güterwagen;
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48 % der Gesellschaftsrechte der Agrorozkvit LLC, einem in der Ukraine registrierten Unternehmen.
Gleichzeitig betonte das Justizministerium, dass das Unternehmen jeglichen Anspruch auf Entschädigung für verlorenes Eigentum verloren habe.
Belaruskaly ist einer der weltweit größten Hersteller von Kalidüngemitteln und eines der wichtigsten haushaltsrelevanten Unternehmen von Belarus. Es steht unter der vollständigen Kontrolle des Regimes von Alexander Lukaschenko.
Laut Justizministerium handelt es sich bei dem Unternehmen um Folgendes:
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kooperiert mit russischen militärisch-industriellen Unternehmen;
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liefert Produkte an die Einrichtungen der sogenannten „L/DVR“
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beteiligt an der logistischen Unterstützung der illegalen Deportation ukrainischer Kinder auf das Gebiet von Belarus.
Diese Handlungen bildeten die Grundlage für die Verhängung von Sanktionen und eine anschließende Klage auf Einziehung von Vermögenswerten.
Die Beschlagnahmung der Vermögenswerte des strategisch wichtigen belarussischen Unternehmens erfolgt vor dem Hintergrund zunehmenden wirtschaftlichen und politischen Drucks auf die Verbündeten der Russischen Föderation, die nach offizieller Position Kiews an der Aggression gegen die Ukraine beteiligt sind. Belaruskaly wurde 2022 auf die Sanktionslisten der Ukraine, der EU, der USA und Kanadas gesetzt.
Wie das Justizministerium betonte, ist die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs „ein wichtiger Schritt, um jene ausländischen Unternehmen zur Rechenschaft zu ziehen, die direkt oder indirekt die Aggression gegen die Ukraine unterstützen“.

