Die Ukraine erarbeitet neue Regeln zur Feststellung der Wehrdiensttauglichkeit

Die Ukraine bereitet Änderungen am Verfahren zur Feststellung der Wehrtauglichkeit ihrer Bürger vor. Das Verteidigungsministerium überprüft die medizinischen Kriterien, anhand derer Wehrpflichtige als wehrtauglich oder wehruntauglich eingestuft werden, wobei der aktuelle Gesundheitszustand und verschiedene Diagnosen berücksichtigt werden.

Dies berichtete die Militärbeauftragte für die Rechte der Soldaten, Olga Reshetylova. Laut ihren Angaben weist das derzeitige medizinische Beurteilungssystem eine Reihe erheblicher Mängel auf und spiegelt die körperliche Leistungsfähigkeit einer Person im tatsächlichen Militärdienst nicht immer objektiv wider.

Die Gesundheitsabteilung des Verteidigungsministeriums hat bereits Vorschläge zur Aktualisierung des Regelwerks erarbeitet. Es geht insbesondere um die Streichung bestimmter Diagnosen aus der aktuellen Liste oder um eine Änderung der Auslegungsansätze. Grund dafür sind veraltete Kriterien, die den Allgemeinzustand und die Auswirkungen mehrerer gleichzeitiger Erkrankungen nicht ausreichend berücksichtigen.

Experten zufolge garantiert die formale Erfüllung eines medizinischen Kriteriums nicht die Fähigkeit einer Person, offizielle oder militärische Aufgaben zu erfüllen. Dies wurde insbesondere vor dem Hintergrund des Krieges deutlich, als aufgrund von Personalmangel die Gesundheitsanforderungen für mobilisierte Soldaten zuvor gelockert wurden.

Infolgedessen landeten auch Personen, die laut Unterlagen als tauglich galten, aber in Wirklichkeit der körperlichen Anstrengung, dem Stress, dem Schlafmangel und den anderen Dienstbedingungen in Kampfeinheiten nicht standhielten, in der Armee.

Neue Ansätze beinhalten eine umfassende Gesundheitsuntersuchung. Selbst wenn einzelne chronische Erkrankungen – beispielsweise Muskel-Skelett-Probleme, Stoffwechselstörungen oder Bluthochdruck – für sich genommen kein Grund für die Entlassung aus dem Dienst sind, kann ihre Kombination die Ausdauer und Leistungsfähigkeit eines Soldaten erheblich beeinträchtigen.

Olga Reshetylova betont, dass die Feststellung der Tauglichkeit nicht formal, sondern umfassend sein sollte. Ihrer Ansicht nach kann anhaltender physischer und psychischer Stress den Zustand selbst derjenigen, die zum Zeitpunkt der Musterung keine schwerwiegenden gesundheitlichen Beschwerden hatten, schnell verschlechtern.

Derzeit werden bereits Änderungen an der Anordnung Nr. 402 des Verteidigungsministeriums vorbereitet. Informationen zum Stand der Beratungen und zum Zeitpunkt der endgültigen Entscheidung wurden jedoch noch nicht veröffentlicht. Das Verteidigungsministerium betrachtet die Aktualisierung der medizinischen Standards als wichtigen Schritt zur Steigerung der Effizienz des Dienstes und zur Reduzierung der Risiken für die Soldaten selbst.

Die Ombudsfrau äußerte sich separat zum Zustellungsmechanismus von Vorladungen. Ihrer Ansicht nach wäre es angemessen, diese Befugnisse an die Kommunen und die nationale Polizei zu übertragen, um die Einhaltung der Rechtsvorschriften zu gewährleisten und die Bürgerrechte besser zu schützen.

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