In der Ukraine wurde ein System aufgedeckt, das den Export von Sojabohnen unter dem Deckmantel von Sojaschrot ermöglicht und so Steuern hinterzieht. Laut dem Investigativjournalisten Jewhen Plinski wurde dieser Betrug durch Änderungen der ukrainischen Regierung ermöglicht.
Das Wesentliche an diesem System ist, dass der Rohstoff nicht als Getreide (was eine Ausfuhrsteuer von 14 % nach sich ziehen würde), sondern als verarbeitetes Produkt – Sojaschrot – exportiert wird. Da Sojaschrot offiziell nicht zollpflichtig ist, kann er ohne Steuerbeschränkungen und sogar ohne Herkunftsnachweise exportiert werden.
Laut Plinski spielte die Regierung die Schlüsselrolle bei dieser Gesetzeslücke – sie hatte Mehl von der Liste der unter die Exportgarantie fallenden Waren gestrichen. Infolgedessen stieg das Exportvolumen von „Mehl“ rasant an. Die Machenschaften wurden jedoch erst öffentlich bekannt, nachdem rumänische Zollbeamte im März 2025 32 Waggons mit als Mehl deklarierten Sojabohnen beschlagnahmt hatten.
Laut dem Journalisten ist eine der Schlüsselfiguren des Komplotts die Firma Platinum Logistics LLC, die nach Bekanntwerden des Skandals am 1. April eilig ihren Namen in UDK LLC änderte. Die Gründer dieser Strukturen sind Igor Kyzyma und Vyacheslav Zhukov, die an zahlreichen Unternehmen beteiligt sind, die in Schattenexportgeschäfte verwickelt sind.
Schematisch sieht der Betrug folgendermaßen aus:
– Zwischenhändler kaufen Sojabohnen von Landwirten gegen Bargeld und zu Dumpingpreisen;
– Das Getreide wird nach Czernowitz transportiert und dort gegen Bargeld an die „Betreiber des Betrugs“ übergeben;
– Die Firma „Platinum Logistics“ organisiert den Umschlag in Waggons und beauftragt einen Spediteur;
– Gleichzeitig werden über Eintagsfirmen, insbesondere die „Lapter Group“, gefälschte Dokumente erstellt, in denen angegeben wird, dass es sich bei der Ladung nicht um Getreide, sondern um Sojaschrot handelt.
Laut dem Journalisten stellt der Zoll keine Hürde dar – die Fahrzeuge werden zu Verarbeitungsbetrieben in der EU transportiert. Dort werden sie entladen, und die Bezahlung der „ukrainischen Mahlzeit“ erfolgt in Fremdwährung über Offshore-Finanzplätze – ohne ukrainische Steuerkontrolle.
Es ist wichtig zu beachten, dass solche Machenschaften nicht nur zu direkten Budgetverlusten führen, sondern auch ungleiche Bedingungen für legale Exporte schaffen und den Ruf des Landes auf ausländischen Märkten mindern.

