Die Ukraine und der Internationale Währungsfonds (IWF) haben eine Einigung auf Mitarbeiterebene über die vierte Überprüfung der vierjährigen erweiterten Kreditfazilität (EFF) erzielt und damit den Weg für die Auszahlung einer fünften Tranche in Höhe von 2,2 Milliarden US-Dollar geebnet. Dies gab Premierminister Denys Schmyhal bekannt.
Die Verhandlungen mit IWF-Experten, die vom 23. bis 31. Mai in Kiew und Warschau stattfanden, waren erfolgreich. „Die Ukraine hatte zuvor in keinem IWF-Programm die vierte Überprüfung erreicht. Die heutigen Vereinbarungen belegen unser Engagement für Reformen und Veränderungen in unserem Land. Die Ukraine hat alle quantitativen Kriterien und strukturellen Meilensteine für die vierte Überprüfung erfüllt. Nach der erwarteten Genehmigung durch den IWF-Exekutivrat in den kommenden Wochen wird die Ukraine 2,2 Milliarden US-Dollar erhalten“, erklärte Schmyhal in den sozialen Medien.
Das Finanzministerium betonte, dass der IWF die von den Behörden entwickelte nationale Einnahmenstrategie und die Umsetzung der darin enthaltenen Bestimmungen unterstützt. Diese Strategie ist eine der strukturellen Säulen des IWF-Programms.
„Ich danke dem Team des Internationalen Währungsfonds für die effektive und koordinierte Zusammenarbeit. Ein wichtiger Bestandteil unserer Partnerschaft ist die Entwicklung geeigneter Strategien im Finanz- und Währungsbereich, die es uns ermöglichen, den Herausforderungen eines umfassenden Krieges wirksam zu begegnen. Die Ukraine arbeitet unter extrem unsicheren Bedingungen weiterhin intensiv an der Umsetzung der gemeinsam beschlossenen Maßnahmen“, fügte Minister Serhij Martschenko hinzu. Die Website der Nationalbank listet die vom IWF genannten Prioritäten für den Finanzsektor auf.
Die Lockerung der Geldpolitik durch die Nationalbank hängt von der Aufrechterhaltung stabiler Inflationserwartungen und der Attraktivität von Hrywnja-Instrumenten ab. Ein flexibler Wechselkurs trägt ebenfalls zur Stabilität der Wirtschaft und des Devisenmarktes bei.
Der IWF betonte, dass der Finanzierungsbedarf des Haushalts weiterhin hoch sei. Daher müsse bei der Haushaltsumsetzung den finanziellen Zwängen und der Notwendigkeit, die fiskalische und Schuldentragfähigkeit wiederherzustellen, Rechnung getragen werden.
Der Haushalt 2025 erfordert die Mobilisierung inländischer Einnahmen, und die ukrainischen Behörden haben bereits Steuererhöhungen geplant. Der IWF empfiehlt, die Umsetzung der in der Nationalen Einnahmenstrategie vorgesehenen Steuerreformen und der Reform der Einnahmenverwaltung zu beschleunigen.

