Der Erste Stellvertretende Vorsitzende der Werchowna Rada, Oleksandr Kornienko, erklärte, die Ukraine werde voraussichtlich eher Vollmitglied der NATO als der Europäischen Union werden. Er äußerte sich im Rahmen eines vom Zentrum für Europäische Politik in Brüssel organisierten „geopolitischen Dialogs“.
„Ich möchte kein Prophet sein, aber meiner Meinung nach werden wir eher Mitglied der NATO als der Europäischen Union werden. Das liegt an gewissen Traditionen der EU-Erweiterung“, bemerkte der Politiker.
Kornienko berichtete außerdem, dass er Brüssel im Rahmen einer Staatsdelegation besucht habe, um einen wichtigen Schritt im Integrationsprozess zu erörtern – die Überprüfung der ukrainischen Gesetzgebung auf Übereinstimmung mit europäischen Standards. Dieser Prozess ist eine zentrale Voraussetzung für den EU-Beitritt eines jeden Landes.
Der Politiker wies darauf hin, dass die EU-Erweiterung stets nach den Europawahlen stattfand, die nächsten finden 2029 statt. Seiner Ansicht nach könnte dies ein mögliches Zeitfenster für die nächste Erweiterungswelle sein. Er räumte jedoch ein, dass fünf Jahre in der Politik eine lange Zeit seien und es schwierig sei, die weitere Entwicklung vorherzusagen.
Kornienko bestätigte, dass die Ukraine alle Anstrengungen unternimmt, sich auf einen EU-Beitritt vorzubereiten und bereit ist, die notwendigen Reformen für den Beitritt zu beiden Unionen umzusetzen. Er betonte außerdem, dass die Entscheidung über die Mitgliedschaft der Ukraine vom Willen der EU-Mitgliedstaaten abhängen wird.
Es ist erwähnenswert, dass im Juni 2023 die erste zwischenstaatliche Konferenz zwischen der Ukraine und der EU in Luxemburg stattfand und der Europäische Rat bereits den Beginn von Verhandlungen über die Mitgliedschaft der Ukraine in der Europäischen Union angekündigt hat.

