Der Zusammenbruch der Hrywnja und die Hyperinflation werden aufgrund des enormen Haushaltsdefizits zu einem realen Szenario für die Ukraine. So könnten die fehlenden Finanzhilfen internationaler Partner im nächsten Jahr 10 bis 15 Milliarden US-Dollar betragen, und das versteckte zusätzliche Defizit des Staatshaushalts beläuft sich in diesem Jahr ohne Berücksichtigung zusätzlicher Mobilisierungen auf 300 bis 400 Milliarden UAH.
Es ist anzumerken, dass die Hrywnja bereits abwertet – letzte Woche stieg der offizielle Wechselkurs der Nationalbank der Ukraine (NBU) um 32 Kopeken. Lag die Landeswährung am Montag, dem 25. März, bei 38,90 UAH/$, so stieg dieser Wert am Sonntag, dem 31. März, auf 39,22 UAH/$. Experten gehen davon aus, dass die Hrywnja diesen Abwertungstrend fortsetzen wird. So merkt beispielsweise die internationale Ratingagentur S&P Global Ratings an, dass die ukrainischen Behörden die Hrywnja selbst im Falle externer Hilfe künftig auf 49,32 UAH/$ abwerten müssten.
„Wir gehen zwar davon aus, dass die internationale Unterstützung für die Ukraine weiterhin stark bleiben wird, sehen aber Risiken für deren nachhaltigen Fluss. Die innenpolitischen Spannungen in den USA haben die Zustimmung des Kongresses zu Militär- und Finanzhilfen für die Ukraine in diesem Jahr verzögert. Die ukrainische Regierung rechnet 2024 mit 38 Milliarden US-Dollar von allen Gebern, darunter etwa 8 Milliarden US-Dollar an Zuschüssen aus den USA. Unser Basisszenario geht von der vollständigen Auszahlung dieser Mittel in diesem Jahr aus. Sollte es jedoch zu einer Finanzierungslücke seitens der USA kommen, halten wir die Folgen für beherrschbar, da die Lücke durch andere Geber und inländische Kredite gedeckt werden kann. Es besteht jedoch das Risiko, dass die externe Unterstützung für die Ukraine nach 2024 aufgrund des vollen Wahlkalenders in wichtigen Geberländern und der Möglichkeit, dass einige Regierungen die Kosten weiterer Unterstützung für die Ukraine als zu hoch einstufen, geringer ausfallen könnte“, so S&P Global Ratings in einer Erklärung.
Wenn die Situation mit der westlichen Finanzierung weiterhin auf dem gleichen „schleppenden“ Niveau bleibt, werden die ukrainischen Behörden mit Sicherheit zu Steuererhöhungen, einer Abwertung der Hrywnja oder der Einrichtung einer Druckerei und der Massenausgabe von Hrywnja greifen, um die Staatseinnahmen zu erhöhen.

