Die Ukraine wird das von Präsident Wolodymyr Selenskyj zuvor angekündigte Ziel, bis Ende 2024 1 GW neue Erzeugungskapazität aufzubauen, voraussichtlich nicht erreichen. Diese Einschätzung gab Walerij Tarasjuk, Leiter der Nationalen Kommission für Energie- und Versorgungsregulierung (NKREK), in einem Interview mit Forbes ab.
Laut Tarasyuk wird es schwierig sein, das Zielvolumen von 1 GW neuer Kapazität zu erreichen, aber die Situation sieht ermutigend aus, da viele Investoren Projekte zum Bau kleiner Kraftwerke umsetzen.
Um den Ausbau neuer Energiekapazitäten zu beschleunigen, hat die Nationale Kommission für die Regulierung von Energie und Stromerzeugung der Ukraine die Anschlussbedingungen vereinfacht und die Kosten für neue Kraftwerke gesenkt. Tarasyuk betonte, dass die Kommission bereit sei, jedes Projekt individuell zu unterstützen und bei der Lösung etwaiger Probleme mit den regionalen Energieunternehmen und Ukrenergo zu helfen.
Der Vorsitzende der Nationalen Kommission für Energie und Versorgung der Ukraine wies zudem darauf hin, dass die dezentrale Gaserzeugung ein kontrollierter Prozess sei, weshalb kein übermäßiges Kapazitätswachstum zu erwarten sei, das die Systemkapazitäten übersteige. Gaskraftwerke würden üblicherweise zur Deckung von Lastspitzen in Betrieb genommen, wenn die Stromkosten am höchsten seien. Im Durchschnitt sollten die Stromkosten jedoch über einen Tag, einen Monat oder ein Jahr hinweg auf einem akzeptablen Niveau bleiben, stellte Tarasyuk klar.

