Die Ukraine plant, das Haushaltsdefizit von rund 40 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 hauptsächlich durch Finanzhilfe internationaler Partner zu decken. Der stellvertretende Leiter des Präsidialamtes, Rostyslav Shurma, erläuterte diesen Plan im Rahmen einer Diskussion im Ukraine-Haus in Davos.
Laut Shurma lässt sich dieses Defizit mit Erlösen aus eingefrorenen Vermögenswerten der Russischen Föderation decken. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Finanzhilfepakete der USA und der EU bewilligt würden, und fügte hinzu, dass das Defizitproblem bis 2024 gelöst sein werde. Er merkte jedoch an, dass die Ukraine selbst bei einer deutlichen wirtschaftlichen Erholung und steigenden Inlandseinnahmen weiterhin jährliche Finanzhilfen in Höhe von 10 bis 15 Milliarden US-Dollar benötigen werde.
Laut Shurma entspricht dieser Betrag in etwa den Einnahmen aus eingefrorenen russischen Vermögenswerten, unter Berücksichtigung der Marktzinsen für Schatzanweisungen oder Anleihen von Emittenten mit AAA-Rating, die derzeit bei 4-5 % pro Jahr liegen.
Bezüglich der Bereitstellung dieser Gelder merkte Shurma an, dass eine rechtliche Lösung einfacher sei als die Beschlagnahme russischer Vermögenswerte. Er sprach sich zudem für den Vorschlag der Europäischen Kommission aus, die Erlöse aus den eingefrorenen russischen Vermögenswerten für den Wiederaufbau der Ukraine zu verwenden. Dieser Vorschlag muss noch vom Europäischen Rat gebilligt werden, doch alle EU-Mitgliedstaaten beabsichtigen, ihn zu unterstützen.
Nach Berechnungen der Europäischen Kommission könnten sich diese Einnahmen auf bis zu 3 Milliarden Euro jährlich oder bis zu 15 Milliarden Euro zwischen 2023 und 2027 belaufen, abhängig von den Zinssätzen in diesem Zeitraum.

