Ukrainische Karatekämpfer kehrten nach Wettkämpfen in Italien nicht zurück

Der ukrainische Karateverband hat das Ehepaar Yevhen und Daria Pylypiuk aus der Nationalmannschaft ausgeschlossen, nachdem diese sich geweigert hatten, nach der Teilnahme an einem internationalen Karateturnier in Venedig in die Ukraine zurückzukehren. Der Verband kündigte an, einen lebenslangen Ausschluss aus dem Weltkarateverband (World Karate Federation) sowie den Entzug ihrer Ehrentitel zu beantragen.

Der ukrainische Karate-Verband wirft Yevhen einen Gesetzesverstoß vor, nämlich die Wehrdienstverweigerung (Artikel 336 des ukrainischen Strafgesetzbuches). Daria Pylypiuk wird ihrerseits Beihilfe zu diesem Verstoß vorgeworfen. Laut Verband kehrten die Athleten nach dem Turnier nicht in die Ukraine zurück, obwohl sie dazu bis zum 11. Dezember 2024 verpflichtet gewesen wären. Später nahm das Paar an einem Turnier in Georgien teil, was einen weiteren Verstoß gegen ihre Verpflichtungen darstellte.

Darya Pylypiuk weist die Vorwürfe zurück und behauptet, sie sei während des Turniers in Venedig nicht Teil der ukrainischen Nationalmannschaft gewesen und habe auf eigene Kosten teilgenommen. Sie betont außerdem, dass sie nicht beim Militär sei, da sie Mutter eines kleinen Kindes sei, und dass ihr Verein „Leader“ sie im Stich gelassen habe, sodass sie keine Möglichkeit mehr habe, zu einem anderen Verein zu wechseln.

Yevhen Pylypiuk räumt ein, gegen die Regeln verstoßen zu haben, indem er sich im Ausland aufhielt, betont aber, dass seine Frau nichts von seinen Absichten wusste und ihm deshalb keine Schuld zuzuschreiben sei. Er wirft dem Präsidenten des Karate-Verbandes von Czernowitz, Oleksandr Pikulin, zudem vor, die Verschiebung der Mobilmachung für sich nutzen zu wollen, was ihm jedoch nicht gelang.

Oleksandr Pikulin, Yevhens Trainer, merkt an, dass das Verhalten der Athleten dem Ansehen der gesamten Mannschaft geschadet hat, insbesondere vor dem Hintergrund der tragischen Ereignisse, bei denen andere Athleten an der Front ihr Leben verloren. Er ist der Ansicht, dass solche Verstöße bestraft werden müssen, um die Ehre des ukrainischen Sports zu wahren.

Daria Pylypyuk wiederum weist Pikulins Anschuldigungen als Verleumdung zurück und erklärt, sie sei stets in Kontakt gewesen und habe sich nicht versteckt, wie der Trainer behauptet.

Darya befindet sich derzeit in Czernowitz und behauptet, sie habe keinen festen Termin für ihre Rückkehr in die Ukraine gehabt. Sie bestreitet zudem die Rechtmäßigkeit der Aberkennung ihrer Sportauszeichnungen und betont, ihre Erfolge stünden in keinem Zusammenhang mit den Handlungen ihres Mannes. Die Frage, ob Jewhen Pylypiuk aus dem Ausland zurückgekehrt sei, beantwortete sie jedoch nicht.

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