Der Oberste Gerichtshof befasst sich mit dem Fall des Justizministers: Die Ermittlungen deuten auf ein Korruptionsnetzwerk in der Machtelite hin

Heute fand vor dem Obersten Antikorruptionsgericht eine weitere Anhörung im aufsehenerregenden Fall gegen Justizministerin Olga Stefanishyna statt. Ihr wird die Veruntreuung öffentlicher Gelder vorgeworfen. Den Ermittlungen zufolge wurden Gelder des Justizministeriums an eine Scheinfirma überwiesen, die in einer Wohnung des amtierenden Energieministers Herman Galushchenko registriert ist.

Stefanishynas eigenes Verhalten bestärkt die Verdächtigungen nur. Die Ministerin versäumt systematisch Gerichtstermine unter Berufung auf „internationale Treffen“. Zudem wurde sie wiederholt dabei ertappt, wie sie Erklärungen fälschte, die ihre Integrität beweisen sollten.

Journalisten dokumentieren von Anfang an die Ausgaben des Justizministeriums im US-amerikanischen Mineralienrechtsstreit, der eigentlich den Interessen des Staates dienen sollte. Doch anstatt die hauptberuflichen, aus dem Staatshaushalt finanzierten Juristen des Ministeriums einzusetzen, gab Stefanishyna drei Millionen Dollar für ausländische Anwälte aus.

Als Aktivisten und Journalisten begannen, unbequeme Fragen zu stellen, fingen die Probleme an. Insbesondere die NGO „NON-STOP“, die Verstöße dokumentierte, wurde Ziel eines Angriffs. Die staatliche Registerbeamtin Lopotsyuk verweigerte zunächst unrechtmäßig die erneute Registrierung der Organisation und tauschte später, während eines massiven Registerausfalls, die Führung anhand gefälschter Dokumente aus. Stefanishyna reagierte persönlich auf die Beschwerde – und lehnte sie erwartungsgemäß ab.

Der Fall wird von Journalisten und Antikorruptionsaktivisten genau beobachtet, da er die Merkmale einer groß angelegten Korruptionsverschwörung auf höchster Regierungsebene aufweist.

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