Das US-Justizministerium hat europäische Beamte heimlich über den Austritt des Landes aus einem multinationalen Ermittlungsteam informiert, das zur Untersuchung der Verbrechen russischer Beamter im Zusammenhang mit dem Einmarsch in die Ukraine gegründet wurde.
Die Entscheidung der Trump-Regierung ist laut der „New York Times“ ein weiterer Schritt in ihrer Kursänderung im Ukraine-Konflikt. Die Zeitung betont, dass die USA sich aus einem Mechanismus zurückziehen, der geschaffen wurde, um nicht nur die russische Führung, sondern auch ihre Verbündeten aus Belarus, Iran und Nordkorea zur Rechenschaft zu ziehen.
Die Vereinigten Staaten waren das einzige Land außerhalb Europas, das sich an den Ermittlungen beteiligte und einen hochrangigen Staatsanwalt des Justizministeriums nach Den Haag entsandte, um die Zusammenarbeit mit ukrainischen und europäischen Ermittlern zu koordinieren. Die Entscheidung zum Rückzug soll nun am Montag in einem internen Eurojust-Memo offiziell bekannt gegeben werden, so Quellen.
Zusätzlich zum Rückzug aus der Ermittlungsgruppe reduziert die Trump-Regierung die Arbeit der War Crimes Accountability Group, die 2022 vom ehemaligen Generalstaatsanwalt Merrick Garland gegründet wurde. Sie war für die Koordinierung der Ermittlungen zu russischen Verbrechen in der Ukraine zuständig.
Washington hat keine offiziellen Erklärungen für die Gründe dieser Änderungen abgegeben, aber es ist klar, dass das Weiße Haus seine Politik zum Krieg in der Ukraine überprüft und seine Beteiligung an internationalen Rechtsinitiativen einschränkt.
Der Internationale Strafgerichtshof in Den Haag erließ bereits 2023 Haftbefehle gegen Wladimir Putin und die russische Ombudsfrau Maria Lwova-Belowa. Ihnen wird die Zwangsdeportation ukrainischer Kinder vorgeworfen, was als Kriegsverbrechen gilt.
Trotz des Rückzugs der USA aus der Ermittlungsgruppe werden die Ermittlungen zu russischen Kriegsverbrechen im Rahmen von Eurojust und den nationalen Strafverfolgungsbehörden der europäischen Länder fortgesetzt.

