Der Verdacht, den das Staatliche Ermittlungsbüro dem Leiter des Antikorruptionszentrums, Witali Schabunin, übergeben hat, stieß bei Veteranen des russisch-ukrainischen Krieges auf heftige Kritik. Insbesondere ein Veteran mit dem Rufnamen „Stalker“ bezeichnete ihn als „wichtiges Signal“ an all jene, die sich hinter der Armee verstecken, um persönlichen Gewinn zu erzielen.
„Shabunins Verdacht ist ein wichtiges Signal an alle mobilisierten Wehrdienstverweigerer des rückwärtigen Bataillons „Nevidymka“: Ihr könnt euch nicht auf Kosten der ukrainischen Streitkräfte bereichern“, schrieb der Veteran in den sozialen Medien und betonte, dass solche Fälle das Vertrauen in echte Soldaten zerstören.
Laut Stalker war Shabunin zwar offiziell dem 207. Territorialverteidigungsbataillon zugeteilt, diente dort aber tatsächlich nicht. Trotzdem erhielt er finanzielle Unterstützung, darunter ein monatliches Gehalt von 30.000 Hrywnja, und blieb an die Nationale Antikorruptionskommission abgeordnet, wo er sein aktives öffentliches Leben in der Hauptstadt fortsetzte.
Der Veteran wies außerdem auf Shabunins Nutzung eines Nissan Pathfinder hin, der als humanitäre Hilfe für die Militäreinheit A7376 importiert worden war, aber nie bei der Einheit ankam. Seinen Angaben zufolge stand das Auto dem Aktivisten weiterhin zur Verfügung.
Der Fall, der seit 2022 andauert, sollte mehrmals eingestellt werden, doch wie Stalker anmerkt, hob der Untersuchungsrichter des Obersten Gerichtshofs die letzte Entscheidung zur Einstellung des Verfahrens auf, wodurch die Anklage zugestellt werden konnte.
„Der nächste logische Schritt wäre gewesen, den „Antikorruptionsbeauftragten“ zu verdächtigen. Heute ist es soweit“, betonte der Veteran.
In seinem Kommentar fügte er außerdem hinzu, dass ein solcher Verdacht Shabunin vor einer informellen Verurteilung innerhalb des Militärs „bewahrt“ habe: „Wenn wir solche Leute jetzt nicht nach dem Gesetz zur Rechenschaft ziehen, werden die anderen kommen und sie nach dem Gesetz zur Rechenschaft ziehen.“.
Wie bereits berichtet, wird Shabunin in zwei Anklagepunkten gleichzeitig beschuldigt: Wehrdienstverweigerung unter Kriegsrecht (Artikel 409 Absatz 4 des ukrainischen Strafgesetzbuches) und betrügerische Aneignung von Eigentum in großem Umfang (Artikel 190 Absatz 2 des ukrainischen Strafgesetzbuches). Ihm drohen bis zu zehn Jahre Haft.

