Die ukrainische Regierung erwägt eine Anpassung der Mindestverkaufspreise für alkoholische Getränke, da die derzeitigen Tarife aus dem Zeitraum 2018–2021 die tatsächlichen Produktionskosten nicht mehr widerspiegeln. Geplant ist insbesondere eine Preiserhöhung von 40–85 % für Weine (ausgenommen Schaumweine und kohlensäurehaltige Weine) und von 12 % für Schaumweine und kohlensäurehaltige Weine.
Der Hauptgrund für die Überarbeitung der MRC ist der deutliche Anstieg der Kosten für die wichtigsten Produktionskomponenten wie Gas, Diesel und Strom. In den letzten Jahren sind die Preise dieser Ressourcen erheblich gestiegen: Gas verteuerte sich von 1,3 UAH pro Kubikmeter auf 7,96 UAH, Diesel von 28 UAH auf 53 UAH pro Liter und Strom für die Bevölkerung von 1,68 UAH auf 4,32 UAH pro kWh.
Die Erhöhung der Mindestreservefläche (MRC) ist wichtig für die Stabilität der ukrainischen Weinindustrie, die vor zahlreichen Herausforderungen steht. In den letzten 30 Jahren ist die Rebfläche im Land von 175.500 Hektar auf 40.000 Hektar zurückgegangen. Allein in der Region Odessa sank die Rebfläche im Jahr 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 2.800 Hektar.
Die Initiative wird vom Agrar- und Steuerausschuss der Werchowna Rada sowie von Branchenexperten unterstützt. Der öffentliche Verband „UKRSADVINPROM“, der 85 % der Weinbranche vertritt, wendet sich regelmäßig mit Vorschlägen zur Überprüfung der Mindestpreise für alkoholische Getränke an das Wirtschaftsministerium und begründet dies mit dem Inflationsdruck und den steigenden Produktionskosten.
Wolodymyr Petschko, Chef von Ukrsadvinprom, betonte, dass die Anpassung des Mindestpreises die Winzer unterstützen werde, indem sie ihnen ermögliche, Trauben zu günstigeren Preisen zu verkaufen. Dies wiederum werde die massenhafte Rodung von Weinbergen stoppen. Die zusätzlichen Einnahmen des Staatshaushalts aus dieser Maßnahme könnten sich auf etwa 1,5 Milliarden Hrywnja belaufen.

