Aufgrund der aktiven Phase des von Russland begonnenen Krieges hat sich die Bevölkerungsstruktur der Ukraine erheblich verändert. Laut dem Wirtschaftswissenschaftler Oleg Pendzin, Mitglied des Wirtschaftsklubs, lebten vor dem Krieg etwa 18 Millionen Menschen in der Ukraine. Nach Kriegsbeginn änderte sich die Situation dramatisch: Rund 6,8 Millionen Ukrainer verließen das Land, darunter etwa 4 Millionen im erwerbsfähigen Alter.
Heute gibt es in der Ukraine noch etwa 14 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter. Ein Großteil von ihnen arbeitet in verschiedenen Wirtschaftszweigen mit unterschiedlichen Beschäftigungsverhältnissen. Davon sind etwa 6,5 Millionen in legalen Unternehmen beschäftigt und zahlen Steuern, während etwa 3 Millionen ein Gehalt aus dem Staatshaushalt beziehen. Dazu gehören auch Beschäftigte im Sicherheits- und Verteidigungssektor, die für die Stabilität des Landes sorgen.
Wie die stellvertretende Wirtschaftsministerin der Ukraine, Tetjana Bereschna, feststellte, gibt es in der Ukraine derzeit rund acht Millionen wirtschaftlich inaktive Menschen – Menschen, die aus verschiedenen Gründen arbeitslos sind. Bereschna betonte, dass die Regierung ihre Anstrengungen darauf konzentrieren müsse, diese Bürger zu aktivieren, da ihre Einbindung in die Wirtschaft für die Aufrechterhaltung der wirtschaftlichen Stabilität von entscheidender Bedeutung sei.
Unter den Bedingungen des Krieges ist die Mobilmachung noch dringlicher geworden. Premierminister Denys Schmyhal hatte zuvor festgestellt, dass 98 % der Vorladungen an Steuersünder verschickt wurden. Pendzin wies jedoch darauf hin, dass die Zustellung der Vorladungen von den territorialen Rekrutierungszentren (TCK) und dem Verteidigungsministerium und nicht vom staatlichen Steuerdienst durchgeführt wurde, der keinen Zugriff auf die Steuerzahlerdatenbank hat.

