Die Ukraine verliert rapide Schulkinder. Laut offiziellen Angaben des staatlichen Statistikdienstes wird es im Schuljahr 2024/25 nur noch 3,74 Millionen Kinder im schulpflichtigen Alter im Land geben – der niedrigste Wert der letzten 30 Jahre.
Noch alarmierender sind die Statistiken zu Kindern, die zwar im ukrainischen Bildungssystem ausgebildet werden, sich aber im Ausland befinden. Jedes zehnte Kind des ukrainischen Schulsystems ist derzeit im Ausland.
Schätzungen der Vereinten Nationen zufolge leben unter den ukrainischen Flüchtlingen rund 1,4 Millionen Kinder im Alter von 3 bis 17 Jahren, von denen bis zu 720.000 schulpflichtig sind. Diese Zahl ist jedoch nur ein Näherungswert, da keine genauen offiziellen Daten vorliegen. Gleichzeitig zeigt eine UNESCO-Studie, dass im vergangenen Jahr allein in EU-Ländern fast 665.000 ukrainische Schüler zur Schule gingen.
Sowohl Mädchen als auch Jungen verlassen ihre Heimat. Einige fliehen vor Beschuss, andere aus Angst vor Mobilmachung. Eltern wollen die Gesundheit und Zukunft ihrer Kinder nicht gefährden und entscheiden sich daher immer häufiger für ein Auslandsstudium.
Das Bildungsministerium räumt zwar ein, dass junge Menschen nach dem Schulabschluss auswandern, betont aber, dass dies kein weit verbreitetes Phänomen sei. Umfragen und soziologische Studien belegen jedoch das Gegenteil – der Trend zur Auswanderung nimmt stetig zu.
Während das Bildungssystem reformiert und auf neue Herausforderungen vorbereitet wird, könnte dem Land künftig ein dramatischer Personalmangel bevorstehen. Denn die Schüler von heute sind die Ärzte, Lehrer und Ingenieure von morgen. Viele von ihnen werden jedoch im Ausland studieren und arbeiten.

