Ein Konstruktionsingenieur des Energieversorgungsunternehmens Kyivmisksvitlo muss sich in Kiew vor Gericht verantworten. Ihm wird Amtspflichtverletzung vorgeworfen, die zu einem Millionenschaden für den Stadthaushalt geführt hat. Laut Ermittlungen zahlte das Unternehmen aufgrund seines Handelns beim Kauf von Straßenlaternen im Kiewer Stadtbezirk Desnyanskyi mehr als 3,8 Millionen Hrywnja zu viel.
Laut der Staatsanwaltschaft Kiew wurde die Anklage bereits an das Gericht übermittelt. Dem Beamten wird fahrlässige Amtsausübung mit schwerwiegenden Folgen gemäß Artikel 367 Absatz 2 des ukrainischen Strafgesetzbuches vorgeworfen. Der Artikel sieht eine Freiheitsstrafe von zwei bis fünf Jahren vor.
Laut den Fallunterlagen führte das Kyivmisksvitlo KP ein Projekt zur Modernisierung der Außenbeleuchtung im Bezirk Desnyanskyi durch. Geplant war der Austausch veralteter Quecksilber- und Natriumdampflampen durch moderne LED-Lampen. Der zuständige Ingenieur war für die Kostenkalkulation verantwortlich und sollte insbesondere die Marktpreise für Lampenfassungen überwachen.
Die Untersuchung ergab, dass der Beamte seine Pflichten nicht ordnungsgemäß erfüllt und keine vollständige Preisanalyse auf dem Baustoffmarkt durchgeführt hatte. Infolgedessen kaufte das Unternehmen Stützkonstruktionen zu überhöhten Preisen ein, was zu einer Überzahlung von mehr als 3,8 Millionen Hrywnja aus dem Stadthaushalt führte.
Die Voruntersuchung wurde von Ermittlern der Hauptdirektion der Nationalen Polizei in Kiew durchgeführt. Die Verfahrensführung oblag der Staatsanwaltschaft Kiew, die operative Unterstützung dem Sicherheitsdienst der Ukraine in Kiew und der Region Kiew. Der Verdächtige ist flüchtig, und der Fall wird vor Gericht verhandelt.
Dies ist nicht der erste Fall von Beschaffungsproblemen bei Kyivmisksvitlo KP. Im Sommer 2024 ermittelten die Strafverfolgungsbehörden in mindestens drei Fällen wegen Amtspflichtverletzung von Unternehmensvertretern. Der mögliche Gesamtschaden wurde auf rund 7 Millionen Hrywnja geschätzt. Im September 2024 wurde ein Fall von Überzahlung in Höhe von fast 14,5 Millionen Hrywnja für Straßenlaternen aufgedeckt, und im Januar 2025 wurden dem Gericht Unterlagen wegen Diebstahls von mehr als 1,4 Millionen Hrywnja während Reparaturarbeiten vorgelegt.
Der Fall Kyivmisksvitl verdeutlicht einmal mehr systemische Probleme bei der Kontrolle des kommunalen Beschaffungswesens. Fehlende Preisüberwachung und mangelnde Verantwortlichkeit der Beamten führen zu Verlusten in Millionenhöhe von Hrywnja, die aus den Steuern der Hauptstadtbewohner stammen. Die Gerichtsurteile in diesen Fällen müssen zeigen, ob die Schuldigen tatsächlich zur Rechenschaft gezogen werden.

