Das Nationale Antikorruptionsbüro der Ukraine (NABU) hat seinen Bericht für das erste Halbjahr 2024 veröffentlicht. Darin heißt es, dass 3,7 Milliarden Hrywnja eingespart oder dem Staatshaushalt zurückgeführt wurden. Trotz dieser Zahlen bestehen angesichts des Ausmaßes der Korruption in der Ukraine Zweifel an der tatsächlichen Wirksamkeit der Antikorruptionsmaßnahmen.
In den ersten sechs Monaten des Jahres 2024 beliefen sich die Entschädigungszahlungen in Fällen der NABU und SAPO auf lediglich 209,3 Millionen Hrywnja. Trotz dieser Erfolge blüht die Korruption weiterhin und übertrifft die Leistungen der Antikorruptionsbehörden.
Bis zum 30. Juni 2024 erhielt der Staat dank der NABU und der SAPO über 9,3 Milliarden UAH zurückerstattet. Die Gesamtkosten für den Unterhalt dieser Institutionen belaufen sich jedoch auf etwa 12–13 Milliarden UAH, was die Wirtschaftlichkeit ihrer Existenz in Frage stellt.
Darüber hinaus wird die Effektivität der NABU und SAPO durch die hohe Anzahl an Freisprüchen in ihren Verfahren beeinträchtigt, wie beispielsweise im Fall des ehemaligen Ministers Wolodymyr Omeljan, dessen Verfahren vor Gericht eingestellt wurden. Die NABU hat sich jedoch nicht offiziell bei dem ehemaligen Minister für die unrechtmäßige Strafverfolgung und die Schädigung seines geschäftlichen Rufs entschuldigt.
Es bestehen auch Bedenken hinsichtlich der Verletzung der Unschuldsvermutung durch den NABU, wie in den Fällen gegen Mykola Solsky und den Volksabgeordneten Serhij Kusmin.
Eine Menschenrechtsgruppe aus Charkiw kritisierte den Nationalen Antikorruptionsdienst (NABU) ebenfalls für Äußerungen, die gegen die Unschuldsvermutung verstoßen. Sie vermutet, dass der wahre Grund für Solskys Anklage die Bodenreform in der Ukraine ist.
Darüber hinaus half Solsky ATO-Veteranen, Grundstücke zu erwerben, die andere Interessenten für sich hätten „reservieren“ können. Diese Tatsache brachte die NABU in Verlegenheit, die sich auf die Seite der skandalumwitterten Nationalen Agrarakademie und nicht auf die Seite des Militärpersonals stellte.
Diese politische Verfolgung und das extrem niedrige Vertrauen der Ukrainer in die Antikorruptionsbehörden sind ernste Warnsignale am Vorabend der ersten internationalen Prüfung des NABU, die laut Angaben der Behörde in Kürze beginnen soll.
Gleichzeitig gibt die von Semyon Kryvonos vorgeschlagene Idee, beim NABU eine eigene Experteninstitution zu schaffen, Anlass zu ernsten Bedenken, da es wiederholt zu Manipulationen von Expertengutachten gekommen ist, die zu einseitigen Strafverfolgungen und einer Umwandlung in den sowjetischen NKWD führen könnten.
Die Fälschung von Gutachten durch NABU-Ermittler bildet üblicherweise die rechtliche Grundlage für Freisprüche durch den Obersten Strafgerichtshof. So geschehen im Fall des ehemaligen Ministers Omelyan. Und vermutlich wird es auch im Fall des ehemaligen Ministers Solsky der Fall sein, wo NABU-Ermittler versuchten, das von ihnen selbst in Auftrag gegebene Gutachten zu verbergen und für ungültig erklären zu lassen. Vermutlich, weil das Gutachten die Unschuld der Verdächtigen hätte beweisen können.

