Auch wenn es schwerfällt, gib nicht auf: Eine persönliche Geschichte von Stärke und Ausdauer

In Zeiten, in denen das Leben uns vor neue Herausforderungen stellt – vom Krieg über den Verlust geliebter Menschen bis hin zu Problemen im Beruf oder Instabilität im Privatleben – brauchen wir alle aufmunternde Worte. Bloggerin, Projektmanagerin und CMO Polina Levitska teilt ihre persönliche Geschichte – schmerzhaft, herzzerreißend, aber voller Stärke und Optimismus. Ihre Erfahrung besteht nicht nur aus Erinnerungen an schwere Zeiten, sondern ist ein Aufruf, nicht aufzugeben, wenn alles verloren scheint. Sie erinnert uns daran: Selbst wenn wir fallen, ist es wichtig, die Kraft zu finden, wieder aufzustehen und den nächsten Schritt zu wagen. Und das ist das Wertvollste im Leben.

Man muss sich immer wieder aufraffen können, den nächsten Schritt zu gehen – auch wenn es schwerfällt, wir müssen die Kraft finden, diesen Schritt zu tun. Und wenn wir fallen, stehen wir wieder auf und machen weiter, und es sind wieder Schritte“, schreibt Bloggerin Polina Levitska und gibt ein Beispiel aus ihrem Leben.

Optimismus ist eine große Kraft!
Foto: Unsplash | Optimismus ist eine große Kraft!

Niemals aufgeben

Ich möchte allen, die es gerade schwer haben, meine moralische Unterstützung aussprechen. Aus den unterschiedlichsten Gründen: Manche suchen schon lange nach einem Job, andere lassen sich scheiden, wieder andere haben Probleme im Beruf, Angehörige und Verwandte sind krank. Diejenigen, die in der Ukraine leben, spüren den Krieg. Bevor ich meine Geschichte erzähle, wünsche ich euch allen von Herzen, dass ihr das alles durchsteht, und ich bin sicher, dass sich alles zum Guten wenden wird.

Ich habe keine Angst davor und schäme mich nicht, darüber zu schreiben oder zu sprechen. Es ist Teil meines Lebens. Meine Geschichte.

Als mein Vater starb, war ich 15 Jahre alt. Meine Mutter war 40. Es war Sommer. Wir waren gerade von einem Familienurlaub zurückgekommen. In diesem Sommer änderte sich alles für mich: Alle meine Pläne, in einem Jahr mit dem Studium zu beginnen und die Wohnung zu renovieren, die mein Vater auf Kredit gekauft hatte, waren dahin. Wir waren überall verschuldet: bei Banken, Bekannten, Freunden. Wir schafften es irgendwie, eine Beerdigung abzuhalten. Und meine Mutter und ich setzten uns zusammen und überlegten, wie es weitergehen sollte.

Es sei hier erwähnt, dass meine Mutter ganz anders tickt als ich. Sie war immer so: „Ach, das war’s schon.“ Sie gab schnell auf. In jenem Sommer arbeitete ich bereits nebenbei bei einer Lokalzeitung und schrieb positive Artikel über das Stadtleben und die Jugend. Selbst wenn es so aussah, als sei eine ganze Woche lang nichts Positives in der Stadt passiert, verlangte der Redakteur trotzdem, dass ich etwas Positives fand. Das war meine erste Lektion – zu versuchen, optimistisch zu sein.

Meine Mutter arbeitete ihr ganzes Leben lang als Kindergärtnerin und unterrichtete Informatik an einer Schule. Sie arbeitete also praktisch ständig – jeden Tag der Woche. Sie ging morgens um 7 Uhr zur Arbeit und kam abends um 20 oder 21 Uhr zurück.

In den ersten zwei Jahren nach dem Tod meines Vaters musste meine Mutter am Wochenende einen weiteren Teilzeitjob annehmen. Einen halben Tag. Die Stadt war klein. Es gab dort nicht wirklich viele Arbeitsplätze.

Ich bekam eine Stelle als Administrator in einem Internetclub für 0,7 Prozent. Gesetzlich durften sie mich nicht fest anstellen. Der Clubleiter hatte deshalb Bedenken, wollte aber meiner Familie helfen.

Ich bin 15 Jahre alt und gehe in die 11. Klasse. Vormittags bin ich bis 14 oder 15 Uhr in der Schule. Danach arbeite ich entweder für die Schülerzeitung oder in einem Internetclub. Das ist dann gegen 20 oder 21 Uhr vorbei. Anschließend habe ich Unterricht. Ich habe auch Tischtennis gespielt und einen Abschluss an der Kunsthochschule gemacht.

Weder ich noch meine Mutter hatten in den zwei Jahren nach dem Tod meines Vaters freie Tage oder Urlaub.

In der elften Klasse habe ich meine Prüfungen vorgezogen und deshalb kein Abschlusszeugnis bekommen. Ich hatte einfach kein Geld für ein Partykleid, eine Frisur oder die Abschlussfeier selbst, die in einem Restaurant stattfand.

Ich arbeite seit meinem 15. Lebensjahr ununterbrochen. Das ist eine lange Zeit für 38 Jahre. Ich habe viel Erfahrung gesammelt und viel kommuniziert. Ich weiß, wie es ist, wenn alle herkommen müssen. Ich weiß, was eine Lüge ist und was passiert, wenn der Kühlschrank leer ist. Aber das wird willensstarke Menschen niemals brechen. Es wird sie nur stärker machen und ihnen neue Erfahrungen schenken.

Ja, wir verlieren. Gerade jetzt. Aber wir müssen uns immer wieder aufraffen, um den nächsten Schritt zu gehen. Auch wenn es schwerfällt, müssen wir die Kraft finden, diesen Schritt zu tun. Und wenn wir fallen, dann stehen wir wieder auf und machen weiter. Und das sind wieder Schritte.

Ich wünsche allen viel Kraft und Geduld – und denkt daran, dass wir nur ein Leben haben. Passt auf euch und eure Lieben auf. Dieser Leitsatz ist heute wichtiger denn je.

Und bitte, gib niemals auf.

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