Der ehemalige kommissarische Leiter der Nationalen Vermögensverwaltungsbehörde (ARMA) und sein Stellvertreter wurden wegen Veruntreuung beschlagnahmter Gelder angeklagt, die der ARMA zur Verwaltung übergeben worden waren. Die Staatsanwaltschaft hat außerdem den Leiter der Vermögensverwaltungsabteilung und zwei Anwälte wegen Veruntreuung von 398.000 US-Dollar angeklagt, die sich in Verwahrung befanden und der ARMA zur Verwaltung übergeben worden waren.
Laut Anklage fälschten die Angeklagten einen Gerichtsbeschluss zur Aufhebung der Geldpfändung und überwiesen das Geld auf das Konto einer Person, die keinerlei Verbindung zu den Geldern hatte. Anschließend wurde das Geld unter den Kriminellen verteilt.
Diese Handlungen werden gemäß Artikel 191 des Strafgesetzbuches der Ukraine als Veruntreuung von Vermögen in besonders großem Umfang eingestuft, und die Handlungen eines der Anwälte werden darüber hinaus gemäß Artikeln über Anstiftung zu einer Straftat, Betrug und Urkundenfälschung strafbar gemacht.
Unter den Angeklagten befand sich auch Vitaliy Sygydyn, der von November 2019 bis August 2021 als amtierender Leiter der ARMA fungierte. Zur Erinnerung: Der vorherige Leiter der ARMA, Anton Yanchuk, stand ebenfalls im Verdacht, mehr als 426 Millionen UAH veruntreut zu haben.
Die Ermittlungen haben ergeben, dass Mitarbeiter der ARMA mit Unterstützung von Vertretern des Staatsunternehmens „SETAM“ und privaten Firmen ein System organisierten, um Immobilien zu Schleuderpreisen zu verkaufen. Mindestens vier Fälle solcher Machenschaften wurden aufgedeckt, darunter der Verkauf von drei Grundstücken in der Region Odessa, die 18-mal günstiger als ihr Marktwert veräußert wurden.

