Das Nationale Antikorruptionsbüro der Ukraine (NABU) und die Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAP) haben Ermittlungen gegen Serhij Bilan, den ehemaligen Ersten Stellvertretenden Leiter des Staatlichen Fiskaldienstes (SFS), eingeleitet. Ihm wird Amtsmissbrauch vorgeworfen, der zu einem Millionenschaden für den Staatshaushalt geführt haben soll.
Dies wurde von der Detektei Absolution gemeldet.
Wie die Untersuchung ergab, unterließ Bilan im Juni 2017, in seiner Funktion als Erster Stellvertretender Leiter des Staatlichen Finanzamtes und im Interesse eines anderen Unternehmens, die auf der Bearbeitung einer Steuerbeschwerde beruhende Entscheidung innerhalb der vorgegebenen Frist vorsätzlich zu unterzeichnen. Die Beschwerde betraf Steuerbescheide – Entscheidungen, die von den regionalen Organen des Staatlichen Finanzamtes erlassen worden waren.
Gemäß den Bestimmungen des ukrainischen Steuergesetzes gilt eine Beschwerde automatisch als zugunsten des Steuerpflichtigen entschieden, wenn die zuständige Behörde nicht innerhalb der festgelegten Frist eine Entscheidung trifft. Aufgrund von Bilans Untätigkeit verlor der Staat somit das Recht, Steuern und Strafen in Höhe von über 641 Millionen Hrywnja einzufordern.
Gleichzeitig habe der ehemalige Beamte laut den Ermittlungen absichtlich den Anschein erweckt, er habe die betreffende Entscheidung nicht unterzeichnen können, um seine Handlungen zu verbergen.
Bilans Rolle in diesem Prozess war entscheidend, da er als Einziger im staatlichen Finanzdienst befugt war, Entscheidungen auf Grundlage der Ergebnisse der Bearbeitung von Steuerzahlerbeschwerden zu treffen. Sein Handeln führte unmittelbar zu einem Defizit im Staatshaushalt von Hunderten Millionen Hrywnja.
NABU und SAPO stufen die Handlungen des ehemaligen Beamten als Missbrauch von Macht oder Amtsstellung gemäß Artikel 364 Absatz 2 des Strafgesetzbuches der Ukraine ein, der schwerwiegende Folgen nach sich zog.
Der Oberste Antikorruptionsgerichtshof (SAC) prüfte den Antrag der Strafverfolgungsbehörden und entschied sich für eine Präventivmaßnahme in Form einer Freilassung gegen Kaution für Serhiy Bilan. Das Gericht ordnete die Einziehung von fast 10 Millionen Hrywnja von dem Verdächtigen an.
Die Ermittlungen dauern derzeit an, und die Antikorruptionsbehörden arbeiten weiterhin daran, alle Details des Komplotts und mögliche Komplizen dieser Straftat zu ermitteln.
Wir erinnern daran, dass gegen den ehemaligen Leiter des Gastransportsystembetreibers der Ukraine (GTS-Betreiber), der zuvor ins Ausland gereist war, der Verdacht geäußert wurde, dem Staatshaushalt einen Schaden von über 18 Milliarden UAH verursacht zu haben.

