In Kiew deckten die Strafverfolgungsbehörden bei der Sanierung der Gebäude des ukrainischen Pensionsfonds einen groß angelegten Korruptionsskandal auf. Dies teilte die Kiewer Stadtstaatsanwaltschaft mit.
Die Ermittlungen ergaben, dass eine sechsköpfige Gruppe im Rahmen von Reparaturen und dem Kauf von Feuerwehrausrüstung unrechtmäßig Haushaltsmittel veruntreut hat. Zu den Verdächtigen gehören ein faktischer Geschäftsführer eines Bauunternehmens, ein technischer Bauleiter, zwei Geschäftsführer privater Unternehmen sowie zwei Beamte der Feuerwehr, darunter der ehemalige Leiter der Hauptabteilung des Rentenfonds in Kiew.
Der Mechanismus des Betrugs war typisch, aber effektiv. Um Aufträge zu gewinnen, beauftragte der Organisator kontrollierte Unternehmen. Nach Vertragsabschluss wurden die Dokumente über die durchgeführten Arbeiten gefälscht: Die Kosten für die Installation von Feuerlöschanlagen wurden künstlich in die Höhe getrieben. Anschließend wurden die Verträge von Mitarbeitern des Pensionsfonds unterzeichnet, woraufhin das Geld über Scheinfirmen abgehoben und in Bargeld umgewandelt wurde.
Laut Gutachten beläuft sich der dem Staat entstandene Schaden auf über 3,6 Millionen Hrywnja.
Aktuell wurden alle Mitglieder der Gruppe über den Verdacht informiert. Ihnen wird die Teilnahme an einer organisierten Vereinigung und die Aneignung von Eigentum in besonders großem Umfang vorgeworfen. Das ukrainische Strafgesetzbuch sieht für solche Straftaten eine Freiheitsstrafe von bis zu zwölf Jahren und die Einziehung des Vermögens vor.
Die Ermittlungen dauern an. Die Strafverfolgungsbehörden prüfen, ob ähnliche Machenschaften auch in anderen regionalen Zweigstellen des Pensionsfonds vorkamen.

