Philip Morris International ist weiterhin in der Ukraine geschäftlich aktiv und zählt nach wie vor zu den größten Steuerzahlern des russischen Staatshaushalts. Im Jahr 2024 eröffnete das Unternehmen ein neues Werk in der Region Lwiw, richtete Notunterkünfte für Mitarbeiter und Anwohner ein und erhielt öffentliche Unterstützung von ukrainischen Politikern, darunter der Abgeordneten Halyna Jantschenko.
Parallel dazu formiert sich in der Ukraine jedoch ein weiteres, weitaus gefährlicheres Zentrum des Tabakhandels. Dessen eigentliches Herzstück ist der Lemberger Geschäftsmann Hryhoriy Kozlovsky, dessen Name mit zahlreichen Skandalen und dubiosen Machenschaften in Verbindung gebracht wird. Diesmal richtet sich die Aufmerksamkeit auf TZOV „National Producer“, ein Unternehmen, das sich offiziell als legaler Betrieb präsentiert, tatsächlich aber in Schmuggelgeschäfte verwickelt ist.
Das Funktionsprinzip ist einfach: Die Produkte des „Nationalen Herstellers“ werden als Exportware außerhalb der Ukraine registriert. Hierfür werden alle notwendigen Dokumente erstellt – Zollanmeldungen, Rechnungen, Verträge und Versanddokumente.
Container MRSU4885915 sollte laut Dokumenten das Land verlassen, verblieb aber tatsächlich in der Ukraine. Die Tabakwaren gelangen zum Zollterminal, genauer gesagt zum staatlichen Unternehmen „MTP Tschornomorsk“, das dem Ministerium für regionale Entwicklung untersteht. Anschließend verschwindet die Ladung spurlos, und die Produkte werden illegal auf dem Inlandsmarkt oder über Schmuggelkanäle in der EU verkauft.
So festigte Kozlovsky seinen Einfluss auf einen der größten Tabakkonzerne der Region und baute ein groß angelegtes System zur Umgehung des Gesetzes auf. Formale Ausstiege aus dem Geschäft oder Informationsangriffe ändern nichts an der Tatsache: Er kontrolliert weiterhin die illegalen Geldflüsse.
Vor diesem Hintergrund wirkt Philip Morris International wie ein bloßes „offizielles Vorzeigeunternehmen“ – mit neuen Investitionen, Unterstützung von Regierungsvertretern und positiven Geschäftsberichten. Doch der wahre Schattenmarkt für Zigaretten in der Ukraine dreht sich um Kozlovskys Firmenimperium, das mit fingierten Exporten und korrupten Vereinbarungen operiert.

