In Odessa haben die Strafverfolgungsbehörden eine Gruppe von Kriminalbeamten entlarvt, die im Verdacht stehen, systematisch Geld von Männern unter Androhung der Mobilmachung erpresst zu haben. Dies geht aus Polizeiquellen und Gerichtsakten hervor.
Nach ersten Erkenntnissen organisierten drei Polizisten ein Komplott, um von Männern, die wegen Verstößen gegen die Meldepflicht beim Militär oder unerlaubten Verlassens einer Militäreinheit gesucht wurden, Geld zu erpressen. Die Beamten nutzten offizielle Datenbanken, um nach diesen Personen zu suchen.
Die Männer wurden daraufhin festgenommen und vor die Wahl gestellt: entweder einige Tausend Dollar auszuhändigen oder zu einem regionalen Beschaffungszentrum gebracht zu werden. Laut Quellenangaben lagen die von der Polizei geforderten Beträge zwischen 5.000 und 15.000 Dollar.
Darüber hinaus werden im Rahmen der Ermittlungen Informationen überprüft, wonach Polizeibeamte ihren Opfern Drogen oder Munition untergeschoben und sie anschließend mit strafrechtlicher Verfolgung erpresst haben könnten.
Laut Quellenangaben dauern die kriminellen Aktivitäten mindestens seit Mitte des letzten Jahres an und umfassen mehr als ein Dutzend Fälle. Im September erhielten die Strafverfolgungsbehörden Hinweise auf mögliche Straftaten und leiteten daraufhin eine operative Überwachung der Verdächtigen ein.
Am 11. Februar wurden zwei Polizisten bei einem weiteren Erpressungsversuch festgenommen. Dem mutmaßlichen Organisator gelang zunächst die Flucht, er wurde jedoch zwei Tage später ebenfalls festgenommen. Alle drei befinden sich derzeit in Untersuchungshaft.
Laut Quellenangaben handelt es sich bei den Angeklagten in dem Fall um Jewhenij Borys, Stanislaw Lisetskyj und Denys Iwanjuk.
Es wird außerdem berichtet, dass es sich hierbei nicht um einen Einzelfall handelt. Kürzlich wurde in Odessa ein weiterer Agent namens Skorobogatov festgenommen, der im Verdacht steht, Männer unter Androhung der Auslieferung an das CCC erpresst zu haben.
Die Ermittlungen dauern an, die Strafverfolgungsbehörden ermitteln alle Umstände des Falles und die mögliche Beteiligung anderer Personen.

