Ein Mitglied des Aufsichtsrats von Ukrenergo prognostiziert, dass die Stromausfälle bis August andauern werden

Jurij Bojko, Mitglied des Aufsichtsrats von Ukrenergo, warnte vor möglichen längeren Stromausfällen in der Ukraine bis August. Auf einer Pressekonferenz äußerte er seine Einschätzung der aktuellen Lage im ukrainischen Energiesektor und gab eine Prognose für die weitere Entwicklung ab.

„Wenn wir von den Einschränkungen sprechen, die vor einem Tag in Kraft getreten sind, dann werden wir nach meinen Einschätzungen bis August unter diesen Bedingungen leben müssen. Im August/September erwarte ich aufgrund anderer Faktoren eine leichte Verbesserung“, sagte Boyko auf einer Pressekonferenz.

Und der Winter wird „unweigerlich schwierig“ werden, und selbst bei warmem Wetter wird sich ein Defizit im Energiesystem nicht vermeiden lassen.

Am Donnerstagmorgen, dem 16. Mai, wurden in der Ukraine Notstromabschaltungen verhängt. Grund dafür war ein Mangel an Stromproduktion und -importen, der den aktuellen Verbrauch nicht decken konnte. Dies teilte Serhij Kowalenko, CEO von Yasno, auf Facebook mit.

Seinen Angaben zufolge erwies sich die Lage nachts und morgens als komplizierter als von Energieexperten erwartet. Kiew, Dnipro und die Region sind miteinander verbunden.

„Letzte Nacht hat Ukrenergo die zulässigen Grenzwerte ermittelt, die uns ein planmäßiges Arbeiten ermöglichen würden. Im Laufe der Nacht und am Morgen wurden diese Grenzwerte jedoch mehrfach angepasst. Am Morgen überschritten wir die Grenzwerte schließlich deutlich, sodass Notabschaltungen veranlasst wurden“, erklärte Kovalenko.

Er fügte hinzu, dass es der Ukraine chronisch an Energieerzeugung und Importen für den aktuellen Konsumbedarf mangele.

Kovalenko hofft, dass es am Abend ohne Stromausfälle auskommen wird und die Ukraine einen weiteren Höhepunkt ruhig überstehen kann, „zumindest im Hinblick auf den Zeitplan“.

Ukrenergo meldete seinerseits, dass in allen Regionen stündliche Stromausfälle gelten. Um den Strommangel zu beheben, ist geplant, Strom aus Rumänien, der Slowakei, Polen, Ungarn und Moldawien zu importieren.

Das Unternehmen wies darauf hin, dass die Fahrpläne im Kundenkonto, auf den offiziellen Webseiten der regionalen Energieunternehmen sowie auf deren Seiten in sozialen Netzwerken eingesehen werden können.

Zur Erinnerung: In der Ukraine traten am 15. Mai Stromausfälle in Kraft. Ursache hierfür war ein Strommangel infolge massiver Angriffe der russischen Streitkräfte auf das Stromnetz.

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