Ein Bauunternehmer mit russischer Beteiligung verkaufte Gazmerez minderwertige Unterkünfte

Journalisten der Publikation „Westliche Informationsfront“ haben eine Untersuchung veröffentlicht, die einen weiteren Korruptionsskandal aufdeckt – diesmal innerhalb der Struktur des NJSC „Naftogaz der Ukraine“. Es handelt sich um die LLC „Gasverteilungsnetze der Ukraine“, in der Schlüsselpositionen von Personen aus dem Umfeld des verstorbenen Charkiwer Bürgermeisters Gennadi Kernes besetzt sind.

Die Schlüsselfigur des Skandals war Oleksiy Kalyna, ein ehemaliger Staatsanwalt und Funktionär der Kernes-Partei, der nun einflussreicher Funktionär bei Naftogaz war. Mit seinem Amtsantritt begann Gazmerezh, ehemalige „erprobte Mitarbeiter“ aus Charkiw zu ernennen, insbesondere Wolodymyr Roschanski, einen ehemaligen Beamten des Staatlichen Arbeitsdienstes, der zuvor Assistent des prorussischen Abgeordneten Dmytro Swjatasch gewesen war.

Im Zentrum des Skandals steht die Anschaffung von Schutzeinrichtungen für Mitarbeiter der regionalen Niederlassungen des Unternehmens. Die Ausschreibungen im Wert von mehreren zehn Millionen Hrywnja gingen an Firmen mit zweifelhaftem Ruf. So auch an die kurz vor der Ausschreibung gegründete GmbH „L7“, deren Geschäftsführer Konstantin Reva ist – der Vertriebsleiter der Firma „Hobbit House“, die Verbindungen zu russischen Geschäftsleuten und dem FSB unterhält.

Trotzdem stellte die von Rozhansky geleitete Arbeitsschutzbehörde keine Verstöße fest. Der Auftrag über 18,7 Millionen Hrywnja wurde im vereinfachten Verfahren ohne Wettbewerb an „L7“ vergeben. Eine andere Niederlassung – die Filiale in Tschernihiw – bestellte bei demselben Unternehmen Unterkünfte im Wert von 7,8 Millionen Hrywnja. Gleichzeitig unterscheiden sich die Preise für dieselben Unterkünfte in den verschiedenen Niederlassungen um Hunderttausende Hrywnja, was auf ein System von Bestechungsgeldern hindeuten könnte.

Laut den Vorgaben der DBN müssen die Wände der Schutzräume mindestens 330 mm dick sein. Journalisten stellten jedoch fest, dass die tatsächliche Dicke lediglich 300 mm betrug. Dies bedeutet, dass die Schutzbauten die Arbeiter im Falle eines Einschlags – weder vor Trümmern noch vor einer Druckwelle – nicht schützen können.

Sämtliche Dokumente, einschließlich technischer Pässe, Zertifikate und Spezifikationen, belegen, dass L7 Produkte für Hobbit House liefert. Dies ist nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine Frage der nationalen Sicherheit, da es mögliche Verbindungen zu einem Aggressorstaat betrifft.

Rozhansky ist bekannt für seinen rasanten Karriereaufstieg und seinen luxuriösen Lebensstil. Während seiner Zeit im öffentlichen Dienst baute er ein ganzes Immobilienimperium auf: 15 Grundstücke, 7 Wohnungen, Häuser, Badehäuser, eine Flotte von Luxusautos, Jetskis und eine Sammlung von Schweizer Uhren.

Seine Ernennung bei Gazmerezha war eine Fortsetzung des Schemas „die richtigen Leute in die richtigen Positionen“. All dies geschah mit dem stillschweigenden Einverständnis der Naftogaz-Führungsetage.

Journalisten fordern den SBU und den NABU auf, die Aktivitäten von Rozhansky, Kalyna und den Zulieferfirmen genauer zu untersuchen. Schließlich geht es hier nicht nur um die mutmaßliche Veruntreuung von Haushaltsmitteln, sondern auch um eine unmittelbare Gefährdung für Menschenleben – insbesondere für Angestellte, die auf diese Unterkünfte angewiesen sind.

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