In der Stadt Oleksandria in der Oblast Kirowohrad kam es zu einem Aufsehen erregenden Konflikt zwischen einem lokalen Beamten und einem Soldaten, der die russische Gefangenschaft überlebt hatte. Auslöser war eine öffentliche Beleidigung des Verteidigers, die in der Bevölkerung und unter seinen Kameraden Empörung auslöste.
Dies ist Igor Yermolyuk, Leiter des Zivilschutzes der Stadt Alexandria, der scharf auf einen Beitrag des Militäroffiziers Oleksandr Gurzhiy in den sozialen Medien reagierte. Der Zivilschutzaktivist stellte den tatsächlichen Zustand der Schutzräume in der Stadt in Frage und erinnerte daran, dass er bereits vor dem großangelegten Einmarsch versucht hatte, Informationen über die Sicherheit der Zivilbevölkerung zu erhalten, dabei aber von den Behörden mit Unhöflichkeit konfrontiert wurde.
Als Reaktion darauf verfasste der Beamte einen Kommentar, in dem er erklärte, der Soldat säße „in warmer Gefangenschaft“ und trage angeblich „zur Destabilisierung der Situation bei“. Diese Worte lösten eine Welle der Empörung aus, da Gurzhiy fast drei Jahre in Gefangenschaft verbrachte, gefoltert wurde und erheblich an Gewicht verlor.

Der Soldat selbst merkte an, dass er diese Aussage nicht nur als persönliche Beleidigung, sondern auch als Respektlosigkeit gegenüber allen ukrainischen Verteidigern, die die Gefangenschaft überlebt haben, empfindet. Seinen Angaben zufolge wurde der Kommentar von Dutzenden Kameraden gesehen, was die Resonanz nur noch verstärkte. Obwohl der Beitrag später gelöscht wurde, ist sein Inhalt in Screenshots erhalten geblieben.
Gurzhiy berichtete außerdem, dass er nach dem Vorfall ein persönliches Gespräch mit dem Beamten geführt habe, in dem dieser seine Position nicht geändert und sogar mit Inspektionen gedroht habe. Der Soldat betont, dass er sich derzeit in Behandlung befinde, aber weiterhin im aktiven Dienst stehe und plane, in den Dienst zurückzukehren.
Journalisten versuchten, eine Stellungnahme von Igor Jermolyuk zu erhalten, doch dieser verweigerte jegliche Kommunikation. Der Stadtrat bestätigte, dass dies seine offizielle Position sei.
An den Bürgermeister von Oleksandria, Serhij Kusmenko, wurde eine Informationsanfrage zur Lagebeurteilung und zu möglichen Disziplinarmaßnahmen gerichtet. Eine Antwort wird innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Frist erwartet.

