Laut dem jüngsten Bericht des US-amerikanischen Instituts für Kriegsstudien (ISW) rückt die russische Armee nach dem Rückzug ukrainischer Truppen aus Awdijiwka aktiv auf die Stellungen der ukrainischen Streitkräfte (AFU) in drei Richtungen vor: Saporischschja, Charkiw und Donezk. Vertreter der AFU bestätigen ebenfalls die Intensivierung der russischen Truppenaktionen.
Die Analyse des ISW-Berichts deutet darauf hin, dass die russischen Streitkräfte versuchen, Verzögerungen bei der Bereitstellung westlicher Hilfe für Kiew auszunutzen, indem sie mindestens drei Offensivoperationen durchführen: entlang der Grenze zwischen den Regionen Charkiw und Luhansk, mit besonderem Schwerpunkt auf der Richtung Kupjansk und Lyman; im Gebiet von Awdijiwka und Umgebung; und im Gebiet des Dorfes Robotyne im Westen der Region Saporischschja.
Die Analysten des ISW gehen jedoch davon aus, dass die Lage vor Ort komplexer ist, als Moskau annimmt. Insbesondere weisen sie darauf hin, dass die ukrainischen Streitkräfte nach dem Rückzug aus Awdijiwka wahrscheinlich eine neue Verteidigungslinie in der Nähe der Stadt errichten können, was zu neuen, heftigen Kämpfen in der Region führen könnte.
Infolgedessen könnte Russlands Offensive auf Widerstand stoßen, wie die Mitarbeiter des ISW betonen.
Schlussfolgerungen nach dem Truppenabzug aus Awdijiwka
Der ISW-Bericht und mehrere ukrainische und westliche Quellen weisen darauf hin, dass Verzögerungen bei der Bereitstellung westlicher Hilfe für Kiew, insbesondere in Bezug auf Artilleriemunition und wichtige Luftverteidigungssysteme, es den ukrainischen Streitkräften unmöglich gemacht haben, Awdijiwka zu halten.
Der gegenwärtige Mangel an Ausrüstung aus dem Westen und die Angst vor einem möglichen Stopp der amerikanischen Militärhilfe haben die ukrainischen Truppen gezwungen, den Waffeneinsatz an der gesamten Front zu reduzieren.
Dies ermutigte die russischen Streitkräfte vermutlich, die Situation auszunutzen und begrenzte Offensivoperationen außerhalb von Awdijiwka zu starten. Laut ISW-Experten finden diese Operationen seit Anfang Januar 2024 entlang der Grenze zwischen den Regionen Charkiw und Luhansk sowie in den vergangenen 48 Stunden im westlichen Teil der Region Saporischschja statt.

