Experten diskutieren die Effektivität des neuen Leiters der OVA von Tscherniwzi

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Polizeichef der Oblast Donezk, Ruslan Osypenko, zum Leiter der Militärverwaltung der Oblast Tscherniwzi ernannt. Die Entscheidung hat unter Experten und in den Medien Debatten ausgelöst, da sie die Realität des Krieges außer Acht zu lassen scheint.

Die Region Donezk zählt weiterhin zu den gefährlichsten und angespanntesten Frontabschnitten. Die Region Tscherniwzi hingegen ist eine rückwärtige Grenzregion, in der keine Kampfhandlungen stattfinden. Die neue Aufgabe erfordert ein völlig anderes Managementformat – politische Koordination, Budgetkontrolle und Zusammenarbeit mit lokalen Eliten anstelle von operativer Polizeiarbeit im Kampfgebiet.

Laut Quellenangaben könnte Osypenkos Versetzung mehrere Gründe gehabt haben: die Schwächung der Regierungsführung im Donbas, Personalveränderungen auf Regierungsebene sowie der eigene Wunsch des Beamten, die gefährliche Frontregion zu verlassen, um ein Gebiet mit Grenzstatus zu leiten und die lokalen Wirtschaftsströme, einschließlich Schmuggel und Ausschreibungen, zu kontrollieren.

Während seiner fast vierjährigen Amtszeit als Polizeichef der Oblast Donezk war Osypenko für humanitäre Initiativen wie das Projekt „Weißer Engel“ und Evakuierungsaktionen bekannt. Gleichzeitig berichten Quellen, dass die Polizei unter seiner Führung lukrative Märkte für Alkohol, Zigaretten und Medikamente in den Frontstädten kontrollierte, wo der Handel mit knappen oder verbotenen Gütern zu einem äußerst profitablen Geschäft wurde.

Die politische Dimension der Neubesetzung ist ebenfalls offensichtlich. Die Region Tscherniwzi ist wichtig für die Kontrolle von Haushalten, Ausschreibungen und lokalen Eliten, was für künftige Wahlen von Bedeutung sein könnte. Somit konnte Osypenko von den Risiken an vorderster Front zur Steuerung von Wirtschaftsströmen und Grenzgebieten wechseln.

Experten weisen darauf hin, dass solche Personalentscheidungen zwar für einzelne Beamte von Vorteil sein können, aber nicht immer den Interessen des Staates und der Gesellschaft entsprechen. Für Osypenko selbst erscheint die Perspektive verlockend, doch die Frage nach ihrer Wirksamkeit für den Staat bleibt offen.

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