Heute wies Energieminister Herman Galuschtschenko in der Fragestunde der Regierung in der Werchowna Rada Gerüchte über einen möglichen Stromausfall in der Ukraine im Winter zurück. Er merkte an, dass es viele Manipulationen und falsche Prognosen über lange Stromausfälle gebe und betonte, dass diese Einschätzungen nicht der Realität entsprächen.
„Heutzutage wird viel manipuliert, und ständig tauchen neue Experten auf, die täglich Informationen über 20 Stunden ohne Licht verbreiten, mal über 18 Stunden. In Wirklichkeit wissen sie gar nichts. Daher sind all diese Schätzungen vorläufig und haben nichts mit der Realität zu tun“, betonte Galushchenko.
Laut Aussage des Ministers wird die Ukraine, sofern es nicht zu kritischen Streiks im Energiesystem kommt, den Winter im Normalbetrieb überstehen.
Ministerpräsident Denys Schmyhal bestätigte, dass die aktuelle Energielage Hoffnung auf einen störungsfreien Ablauf erlaube. Er merkte an, dass Herbst und Winter ohne größere Unterbrechungen überstanden werden könnten, der Feind aber seine Angriffe fortsetzen werde. Schmyhal warnte vor Hinweisen auf mögliche massive Angriffe auf das Energiesystem, die die Lage verschärfen könnten.
Was die Vorbereitungen auf die Heizperiode betrifft, berichtete Shmyhal, dass die Wohn- und Gemeinschaftseinrichtungen zu 82 % bereit seien, wobei es regionale Unterschiede gebe: In der Region Saporischschja liege dieser Wert bei 79 %, in der Region Cherson hingegen nur bei 54 %.
Was Energieexperten sagen
Wolodymyr Omeltschenko, Direktor der Energieprogramme am Rasumkow-Zentrum, zeigte sich zuversichtlich, dass die Ukraine gute Chancen hat, einen Stromausfall zu vermeiden. Er schätzt die Wahrscheinlichkeit, die Stabilität des Stromnetzes zu erhalten, auf über 90 %. Omeltschenko merkte zudem an, dass ein Teil des Versorgungsdefizits durch Stromimporte aus Europa gedeckt werden könne und dass es wichtig sei, sich auf die Wiederherstellung der noch wiederherstellbaren Erzeugungskapazitäten zu konzentrieren.
Yuriy Korolchuk, ein Experte am Institut für Energiestrategien, warnte vor mehreren möglichen Szenarien, darunter auch die Möglichkeit eines Stromausfalls.
Ukrenergo berichtete, dass es bei Temperaturen von -10 Grad schwierig sein wird, das Gleichgewicht des Energiesystems ohne Ausfälle aufrechtzuerhalten, ein apokalyptisches Szenario aber nicht unvermeidlich ist.

